2018 M10 31 - 13:25 Uhr

Ist das der Schlüssel zum Sieg gegen Krebs?

Neue Hoffnung im Kampf gegen den Krebs: US-amerikanische Wissenschaftler entschlüsselten eine Art Selbstzerstörungsmodus in unseren Zellen. Das könnte eine Behandlung von Krebs ohne den Einsatz harter Chemikalien ermöglichen.

"Kill-Code" bringt Krebszellen dazu, sich selbst zu zerstören

Krebs ist eine heimtückische Krankheit, bei der sich bösartige Zellen schnell im Körper ausbreiten, Metastasen bilden und gesunde Zellen in den Organen unkontrolliert überwuchern. Normalerweise hat unser Körper einen Mechanismus, durch den beschädigte Zellen zerstört werden. Krebs entsteht, wenn die kaputte Zelle sich – inklusive des fehlerhaften Erbguts – einfach weiterteilt und die Zelltod-Signale unseres Abwehrsystems ignoriert.

Genau da knüpft die neue Studie des Teams von Professor Marcus E. Peter von der Northwestern-University im US-Bundesstaat Illinois an. Die Krebsforscher fanden heraus, dass der "Kill-Code" unserer Zellen sich in der Ribonukleinsäure (RNA) verbirgt. Und nicht nur das: Sie können aufgrund ihrer Erkenntnisse die entsprechende Mikro-RNA künstlich herstellen. Wenn diese dann in die Krebszellen gespritzt wird, werden sie dazu gebracht, sich selbst zu zerstören. Wie genau das funktionieren könnte, erklärt Prof. Thoralf Lange von der Asklepios Klinik Weissenfels im Video.

Behandlung ohne die Nebenwirkungen einer Chemo

Bisher wird dieser gezwungene Zelltod durch die Chemikalien der Chemotherapie hervorgerufen – allerdings hat die Behandlung viele Nebenwirkungen. "Mein Ziel war es, keine neue, giftige Substanz zu entwickeln", erklärt Peter der "Daily Mail". "Ich wollte mich nach der Natur richten. Ich will einen Mechanismus benutzen, den die Natur entwickelt hat."

Bis diese neuen Erkenntnisse tatsächlich in der Krebsbehandlung angewandt werden können, wird es allerdings noch einige Jahre dauern. Die Studie könnte die Medizin im Kampf gegen den Krebs jedoch einen entscheidenden Schritt weiterbringen.