Übertragung von HP-Viren

Krebs durch Oralsex: Hamburger ganz vorne mit dabei

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27. September 2019 - 16:55 Uhr

Mund-Rachen-Krebs durch Oralsex: Quote in Großstädten generell höher

In vier von fünf Fällen ist in Hamburg Oralsex die Ursache für Mund-Rachen-Krebs. Das bestätigt nun eine neue Studie der HNO Helios Klinik. Schuld sind humane Papillomviren (HPV), die durch sexuelle Kontakte übertragen werden und den Krebs verursachen können. Das war bei 79 Prozent von gut 100 Patienten der Fall. Der internationale Schnitt liegt bei 40 bis 60 Prozent.

In Großstädten sei die Quote von sexuell übertragbaren Krankheiten generell höher - einfach, weil es mehr Menschen gebe. Vielleicht spielen in Hamburg aber auch zusätzliche Faktoren wie die Nähe zum Hafen eine Rolle, so der Studienleiter, HNO-Chefarzt Prof. Meyer.

So können Sie sich vor HP-Viren schützen

Bislang galt Mund-Rachen-Krebs vorwiegend als klassische Folge von zu viel Rauchen oder zu hohem Alkoholgenuss. Und das HP-Virus ist bislang vor allem als Auslöser von Gebärmutterhalskrebs bekannt. Dass es auch für Kopf-Hals-Tumoren verantwortlich ist, ist vielen nicht bewusst. Bekannt ist allerdings, dass der US-Schauspieler Michael Douglas an der Erkrankung litt und sie auch öffentlich in einen Zusammenhang mit dem HP-Virus gestellt hat.

Eine wirksame Impfung gegen die Infektion mit dem Virus existiert - und sie wird von der Ständigen Impfkommission (STIKO) seit 2007 für alle Mädchen im Alter zwischen neun und 14 Jahren empfohlen, vor allem, weil der Gebärmutterhalskrebs mit dem HP-Virus in direktem Zusammenhang steht. Seit 2018 gilt diese Impfempfehlung jetzt auch für Jungen. Auch sie können das sexuell übertragbare HP-Virus weitergeben.

Die Impfung kann sie vor Mund-Rachen-Krebs und anderen HPV-bedingten Erkrankungen schützen. Die Kosten für Impfungen bis zum 17. Lebensjahr übernehmen die Krankenkassen. "Wenn ich die Impfung außer Acht lasse, dann würde für jemanden, der sagt, der möchte das verhindern, übrig bleiben, auf Oralsex zu verzichten.", so Dr. Christoph Specht im RTL-Interview.