Experten fordern bessere Langzeitnachsorge

Krebs bei Kindern: Nach der Behandlung hatte Hannah Panikattacken

20. Februar 2020 - 13:36 Uhr

Nach Chemo Prothesen für Hüften und Schulter

Hannah war 14, als sie die niederschmetternde Diagnose erhielt: Leukämie. Es folgten mehrere Chemotherapien, ein Jahr lag der Teenager im Krankenhaus. Durch die aggressive Chemo bröckelten die Knochen, Hannah bekam Prothesen für Hüften und Schulter. Doch nicht nur der Körper litt an dem Krebs. Auch die Seele. Der Teenager bekam Panikattacken. Im Video erzählt Hannah, wie sie den Krebs besiegen konnte und warum die psychologische Betreuung so wichtig für sie war.

"Kinder brauchen einen Raum, wo sie ihre Verzweiflung zulassen können"

Krebserkrankungen sind bei Kindern und Jugendlichen zum Glück eher selten. In Deutschland erkranken jedes Jahr rund 2.000 junge Patienten unter 15 Jahren an Krebs. Die häufigsten Krebserkrankungen sind Leukämie (ca. 32 Prozent) und Hirntumore (ca. 25 Prozent). Glich früher die Krebsdiagnose einem Todesurteil, überleben heute vier von fünf jungen Patienten.

Doch gerade die jungen Patienten benötigen eine besondere Nachsorge, weil ihre altersgerechte Entwicklung oft gestört ist. Sie fehlen viel in der Schule, Freundschaften können zerbrechen. Viele bekommen nach monatelanger Krebstherapie und Klinikaufenthalten Panik und Angstzustände. Deshalb fordern Experten eine längere Langzeitnachsorge.

Ulrike Hetzner ist Psychologin an der Uniklinik Erlangen, die ein spezielles Nachsorgeprogramm für Kinder und Jugendliche anbietet. Sie weiß: Wenn die Patienten einen Raum bekommen, wo sie ihre Verzweiflung zulassen können und jemanden finden, der sie unterstützt, dann können sie auch besser gegen die Krankheit kämpfen. So wie Hannah es getan hat.