27. Februar 2019 - 11:44 Uhr

Der Container kam den Zöllnern in Rotterdam komisch vor

Da hat Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un die Rechnung ohne den niederländischen Zoll gemacht: Die Behörden in Rotterdam beschlagnahmten einen Container mit 90.000 Flaschen russischem Wodka. Die Lieferung war offenbar für Kim und seine Generäle bestimmt.

3.000 Kartons mit Flaschen

Container in Rotterdam beschlagnahmt
Der Container kam dem niederländischen Zoll verdächtig vor.
© picture alliance / ANP, ROBINUTRECHT, Jelle

Der Container war unter dem Rumpf eines Flugzeugs versteckt, das per Schiff von Russland über Hamburg und Rotterdam nach China geliefert werden sollte. Als das Schiff in Rotterdam ankam, hatten die niederländischen Zöllner von ihren deutschen Kollegen schon den Tipp bekommen, dass der Container verdächtig ist. In Hamburg war der Container aber nicht geöffnet worden.

Der Schiffsbesitzer erklärte, dass es unmöglich sei, den Container von Bord zu holen, ohne den Rumpf des Flugzeugs zu beschädigen, berichtete die Zeitung "Algemeen Dagblad". Der niederländische Zoll beschloss aber, das Risiko einzugehen. Als die Zöllner den Container öffneten, kamen 3.000 Kartons mit den Wodka-Flaschen zum Vorschein. "Wir haben vermutet, dass dieser Wodka nicht nach China, sondern nach Nordkorea gehen sollte", sagte Zoll-Direktor Arno Kooij der Zeitung.

Wodka darf nicht nach Nordkorea exportiert werden

Die UN haben Sanktionen gegen Nordkorea verhängt. Dadurch dürfen Luxusgüter, unter die auch Wodka fällt, nicht nach Nordkorea eingeführt werden. Kim Jomg Un ist dafür bekannt, eine Vorliebe für Luxusgüter zu haben. Immer wieder gelingt es ihm, trotz der Sanktionen teure Produkte wie schicke Autos, Uhren oder Schmuck ins Land zu schmuggeln.

Seit Kim 2011 die Macht übernahm, soll er rund 3,5 Milliarden Dollar für Luxusgüter verprasst haben. Das berichtete die südkoreanische Zeitung "Chosun Ilbo" unter Berufung auf Daten des chinesischen Zolls.

Eins seiner Prunkautos brachte Kim sogar mit nach Vietnam, wo er sich gerade zu Gesprächen mit Donald Trump trifft. Die rund 4.000 Kilometer bis Dong Dang kurz hinter der chinesischen Grenze reiste er mit seinem rätselhaften Panzerzug. Dann stieg er auf seinen Mercedes S600 Pullman Guard um und fuhr damit den Rest der Strecke bis in die vietnamesische Hauptstadt Hanoi. Auf seinen Wodka wird der nordkoreanische Machthaber allerdings erst mal verzichten müssen.