21. Mai 2019 - 19:15 Uhr

Heftige Unwetter +++ Evakuierungen +++ Tornado +++ Überflutungen

Tief "Axel" hält Einsatzkräfte in Teilen Deutschlands auf Trab. Besonders dramatische Bilder kommen zum Beispiel aus Kassel.

Platzregen, Hagel und Sturmböen zogen über die Mitte, den Osten und Süden von Deutschland. Es kam zu schweren Schäden und Überflutungen. 

Viel Regen und überflutete Straßen und Schienen

dpatopbilder - 19.05.2019, Thüringen, Plaue: Die Süd-Thüringen-Bahn fährt am Bahnhof auf überfluteten Schienen. In der Stadt im Ilmkreis hatte es nach Angeben der Rettungsleitstelle wegen des schweren Regens auch ein Dutzend mit Wasser vollgelaufene
Die Unwetter haben Plaue besonders hart getroffen.
© dpa, Martin Wichmann, wtv soe

Heftiger Regen und schwere Gewitter haben vor allem im Süden und der Mitte Deutschlands Straßen und Keller überflutet. Im Allgäu löste Wangen - eine Stadt im südöstlichsten Zipfel von Baden-Württemberg - Hochwasseralarm aus. Mehr als 100 Liter sind dort innerhalb von 24 Stunden pro Quadratmeter gefallen.

Besonders betroffen von den Regenfällen und dem Unwetter waren auch der Nordschwarzwald sowie Nordhessen, etwa der Osten von Kassel. Mancherorts stand das Wasser knietief auf den Straßen. In Plaue fuhr die Süd-Thüringen-Bahn auf überfluteten Schienen. Vor allem in Alpennähe werden weitere, teils extreme Niederschläge erwartet - dort kommt auch die Schneeschmelze hinzu.

Regengüsse bringen Klinik-Decke zum Einbruch

20.05.2019, Niedersachsen, Helmstedt: Krankenwagen stehen vor dem Krankenhaus, in dessen Eingangsbereich sich Feuerwehrleute versammelt haben. Das Krankenhaus musste zum Teil wegen eines Wasserschadens evakuiert werden. Die «Mitteldeutsche Zeitung» b
Nach viel Regen brechen Deckenteile im Klinikum Helmstedt ab.
© dpa, Tom Wunderlich, tw fdt

In einigen Regionen war der Bahnverkehr beeinträchtigt. Im Theater Naumburg (Sachsen-Anhalt) drangen nach Angaben der Bühne Wasser und Schlamm in Foyer sowie Keller ein. 

Nach heftigen Regenfällen sind im Klinikum Helmstedt nach Angaben einer Sprecherin Deckenplatten aufgeweicht und abgebrochen. "Daraufhin haben wir vorsorglich die Patientinnen der Station in andere Bereiche des Hauses verlegt", heißt es in der Klinik-Mitteilung. Ursache für den Einsturz war nach ersten Erkenntnissen, dass sich auf dem Dach wegen eines verstopften Fallrohrs Regenwasser gestaut hatte.

Niedersachsen: Extreme Regenfälle ließen die Keller volllaufen

Auch im Süden und Südosten von Niedersachsen gab es heftige Regenfälle. Besonders betroffen waren die Regionen vom Weserbergland bis zur Grenze zu Sachsen-Anhalt. Die Feuerwehr war im Dauereinsatz. Es wurden Fahrbahnen und Keller regelrecht überflutet, sagte ein Sprecher der Polizei. Die unwetterartigen Regenfälle zogen weiter Richtung Nordrhein-Westfalen und erreichten am späten Abend auch Ostwestfalen.

Land unter auch in Ostwestfalen-Lippe

20.05.2019, Nordrhein-Westfalen, Bielefeld: Ein Fahrzeug der Feuerwehr steht an einem überschwemmten Straßenstück. Tief «Axel» hat am Dienstagmorgen auch in Nordrhein-Westfalen für starke Regenfälle gesorgt. Wie der Deutsche Wetterdienst mitteilte, l
Tief "Axel" sorgte auch in Nordrhein-Westfalen für Überschwemmungen.
© dpa, Christian Mathiesen, mg fdt

Heftige Regengüsse brachten in Ostwestfalen-Lippe zahlreiche Überschwemmungen. Besonders betroffen war hier der Kreis Lippe. Hier fielen knapp 90 Liter pro Quadratmeter innerhalb von 24 Stunden. Das entspricht in etwa die Gesamtsumme an Regen im ganzen Monat Mai. Durch die enormen Regensummen wurden Straßen überflutet und gesperrt. Auf der Ostwestfalenstraße (L 712) kam es zu einem Verkehrsunfall. Auch auf der Autobahn A44 kam es zu mehreren Unfällen, da aufgrund des Starkregens Fahrzeuge ins Schleudern gerieten.

Schwere Gewitter in Berlin und Brandenburg: Flugverkehr lahmgelegt

Am Montagnachmittag wurde auch der Nordosten von Deutschland von Unwettern getroffen. Auch hier kam es zu Starkregen. Die Flughäfen unterbrachen wegen der starken Niederschläge kurzzeitig den Flugverkehr. Innerhalb weniger Stunden rückte die Feuerwehr zu 180 Einsätzen aus. Die Gewitter brachten Regensummen von über 20 Liter pro Quadratmeter innerhalb von 3 Stunden wie z.B. in Rietz-Neuendorf und Lieberose.

Tornado in Sachsen

In den schweren Gewittern hat sich sogar ein Tornado bei Brand-Erbisdorf in Mittelsachsen gebildet. Solche verhältnismäßig kleinen Tornados sind für (früh-)sommerliche Gewitter gar nicht selten. Sie treten etwa 50-mal pro Jahr auf. Über Schäden ist noch nichts bekannt.

Quelle DPA / wetter.de