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30 Mal fast gestorben: Frühchen Iris überlebt entgegen jeder Wahrscheinlichkeit

Die kleine Iris feiert nach einem langen Überlebenskampf ihren ersten Geburtstag.
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20. November 2020 - 11:51 Uhr

Iris kommt mit 28 Wochen auf die Welt

Um ihr Leben kämpfen müssen fast alle Frühgeborenen. Doch was die kleine Iris aus dem englischen Worcestershire geschafft hat, widerspricht jeder Wahrscheinlichkeit. Iris wurde mit 28 Wochen als Frühchen geboren und war in den ersten Monaten ihres Lebens sehr krank. Die Ärzte sagten ihren Eltern Emma Griffin und Scott Woodland sage und schreibe 30 Mal, dass sie wahrscheinlich nicht überleben würde. Aber das kleine Mädchen trotzt allen bösen Omen und feiert am 21. November ihren ersten Geburtstag.

Eltern verloren bereits ein Frühchen

Es ist ein Tag, der für die frisch gebackenen Eltern besonders ergreifend ist, denn ihr erstes gemeinsames Kind, Monty, ist nur 57 Minuten nach seiner Geburt an genau jenem Tag im November verstorben. Die Ausgangslage war eine ähnliche wie für Iris: Monty war mit 29 Wochen auf die Welt gekommen und Emmas und Scotts Angst war groß, dass ihrem Töchterchen das selbe Schicksal widerfahren würde.

„Sie wird nicht überleben“

Iris hat die ersten Monate ihres Lebens regelmäßig auf der Intensivstation verbracht. Heute ist die Kleine putzmunter.
Iris hat die ersten Monate ihres Lebens regelmäßig auf der Intensivstation verbracht. Heute ist die Kleine putzmunter.
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Im Interview mit der britischen Zeitung "Metro" erklärt die 42-jährige Mutter aus Droitwich in Worcestershire: "Ich dachte, ich sei auf die Neugeborenenreise vorbereitet, da ich schon einmal eine Frühgeburt erlebt habe, aber das war ich nicht. Es brach uns das Herz, als wir die Worte 'sie wird nicht überleben' aus dem Mund des Arztes hörten." Der Grund für die Komplikationen sei eine extrem schlimme Infektion gewesen, die die Ärzte zuerst nicht in den Griff bekamen. "Alles, was sie uns vier Wochen lang jeden Tag sagten, war, dass sie sterben würde. Es fühlte sich an, als hätten sie alle Hoffnung aufgegeben", erinnert sich Emma. Doch die Eltern hielten an jedem Hoffnungsschimmer fest, auch wenn ihnen die Ungewissheit um ihre Tochter jeden Schlaf raubte.

Gesundheitszustand gleicht Achterbahnfahrt

Ein hohes Risiko bestand schon während der Schwangerschaft, wie Emma berichtet: "Wegen der Geschehnisse in meiner vorangegangenen Schwangerschaft wurde ich genau beobachtet, um sicherzustellen, dass alles in Ordnung war." Dann kam die Schocknachricht: "Bei einer privaten geschlechtsspezifischen Untersuchung wurde festgestellt, dass Iris etwas Flüssigkeit um ihre Lungen herum hatte. Wir mussten dann wöchentliche Scans durchführen, um die Flüssigkeitsmenge im Auge zu behalten. Der Flüssigkeitsspiegel stieg weiter an, und die Flüssigkeit musste immer wieder abgelassen werden. Nach 27 Wochen war der Flüssigkeitsspiegel so hoch, dass er ihre Lungen zerquetschte." Noch bevor die Ärzte entscheiden könnten, wie die Behandlung weitergehen sollte, bekam Emma plötzlich Wehen. "Ich musste mich einem Notkaiserschnitt unterziehen, innerhalb von anderthalb Stunden wurde Iris geboren. Ihre Lungen waren kollabiert, und sie musste auf die Neugeborenen-Intensivstation des Birmingham Women's Hospital gebracht werden."

Dort sah sie sich schon in den ersten Wochen ihres Lebens vielen Herausforderungen gegenüber, darunter einer Lungenentzündung im Alter von nur zwei Wochen. Der Gesundheitszustand der Kleinen glich einer Achterbahnfahrt: zwischenzeitlich verbesserte sich die Lage, dann musste sie auf Grund von Atemnot wieder auf die Intensivstation.

„Wir sind so unglaublich stolz auf Iris"

Dann passierte das, was wohl der Albtraum jeder Eltern ist: "Eines Tages kamen die Ärzte zusammen, um zu besprechen, ob sie ihre Behandlung beenden würden. Mein Herz sank, ich war völlig erschrocken. Glücklicherweise beschlossen sie, die Behandlung fortzusetzen." Allerdings mit dem Vorsatz, Iris nicht wieder zu beleben, wenn ihr Herz stehen bleiben würde. Ich war untröstlich, ich hoffte einfach immer wieder, dass sie wieder gesund werden würde."

Und das wurde sie: Nach einer überstandenen Atemwegsinfektion, durfte Iris endlich aus dem Krankenhaus nach Hause zurückkehren. Dieses Mal endgültig. Heute kann Mama Emma aufatmen: "Wir sind so unglaublich stolz auf Iris. Sie braucht keinen zusätzlichen Sauerstoff mehr und sie tut Dinge, von denen uns die Ärzte sagten, dass sie dazu niemals in der Lage sein würde. Sie wälzt sich herum und versucht zu stehen, und sie hat 'Dada' gesagt." Iris Geschichte beweist wieder einmal, wie wichtig es ist an der Hoffnung festzuhalten und nie aufzugeben.