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"Goodbye Deutschland"-Auswanderin und Krankenpflegerin auf Mallorca warnt

"Wenn sich jetzt nicht alle an die Regeln halten, dann ist es vorbei mit der Sommersaison"

Alina Langguth, die aus der VOX-Doku "Goodbye Deutschland" bekannt ist, arbeitet auf der Intensivstation der Klinik Palmaplanas.
Alina Langguth, die aus der VOX-Doku "Goodbye Deutschland" bekannt ist, arbeitet auf der Intensivstation der Klinik Palmaplanas.
© Alina Langguth, Privat

24. März 2021 - 16:41 Uhr

Angst vor der brasilianischen Coronavirus-Variante auf Mallorca

Verreisen ist nach den neuesten Corona-Beschlüssen äußerst schwierig: Deutschland nein, Mallorca, ja, ABER – so ungefähr kann man die Ergebnisse der Konferenz der Ministerpräsidenten und der Kanzlerin zusammenfassen. Gestern ließ dann eine weitere Meldung aufhorchen: Auf Mallorca sei die möglicherweise ansteckendere brasilianische Corona-Mutante bereits nachgewiesen worden, sie grassiere eventuell dort schon. Doch die Uni-Klinik Son Espases auf der Insel dementierte prompt. Das bestätigt uns auch Angela Langguth, die als Intensiv-Krankenpflegerin auf Mallorca arbeitet. Sie sagt: Wir sind aktuell gut aufgestellt in unseren Krankenhäusern. Aber dennoch macht nicht nur sie sich Sorgen um die wichtige Sommersaison.

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Uni-Klinik Son Espases gibt Entwarnung

Krankenpflegerin Alina Langguth ist erstaunt über die gestrigen Meldungen über die angebliche Verbreitung der brasilianischen Coronavirus-Variante. Sie sagt: "Wir sehen davon bei uns nichts." Die Auswanderin, die aus der VOX-Doku "Goodbye Deutschland" bekannt ist, arbeitet auf der Intensivstation der Klinik Palmaplanas und, wie sie uns erzählt, in anderen Kliniken, je nachdem, wo sie gebraucht wird. In der Tat dementierte gestern auch der Sprecher der Uni-Klinik Son Espases, Juan Carlos González, gegenüber der Deutschen Presse-Agentur: "Wir haben die Variante B.1.1.28 gefunden. Die gefährliche Variante aus Brasilien ist die B.1.1.28.1, auch als P1 bezeichnet."

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Panikmache, um die Touristen fernzuhalten?

Verständnis mit den damit verbundenen Ängsten hat sie aber trotzdem: "Klar, das verstehen wir alle", sagt die Krankenpflegerin uns. "Das Problem ist eher, das die Spanier aus den autonomen Regionen nicht reisen dürfen und dass das auch für großen Unmut in der Bevölkerung sorgt." Aber vom Grassieren einer brasilianischen Coronavirus-Variante sei auf den Intensivstationen nichts zu merken. Viele Menschen in ihrem Umfeld seien aber der Ansicht, das sei auch Panikmache, um die Touristen fernzuhalten.

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Lauterbach warnt vor Teil-Resistenz gegen Impfungen

Die brasilianische Mutante sei bisher die größte Gefahr, sagt SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach. "Sie verbindet mehr Ansteckung, Sterblichkeit und Teil-Resistenz gegen Impfungen." Sie sei "eine weltweite Bedrohung", schrieb Lauterbach auf Twitter. "Jeder Ausbruch muss konsequent eingedämmt werden. "Diejenigen, die gereist sind und zurückkommen, müssen getestet werden." Das sei das Mindeste, was man verlangen könne, wenn jemand eine solch riskante Reise macht", ergänzte Lauterbach. Eine Quarantäne-Pflicht für alle Mallorca-Rückkehrer hält aber auch er für nicht erforderlich.

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Mit Bier in Gruppen am Strand? "Wir sehen das schon!"

Alina Langguth sieht aber auch, wie die deutschen Touristen, die jetzt auf die Insel kommen, sich teilweise benehmen: "Wir sehen es leider auch schon wieder, da waren Deutsche an der Playa, haben sich in der Gruppe getroffen, ohne Maske und mit Bierflasche in der Hand - das sehen wir." Auch das sorge jetzt für Unmut - denn so funktioniere es auch nicht. "Da muss dann auch sofort durchgegriffen werden, sonst sind wir im Juni wieder da, wo wir im Januar waren. Dann ist es vorbei mit der Sommersaison."

Regionalregierung zieht Notbremse - "Ostern hat keine Priorität"

Das sieht man im Wirschaftsministerium der Balearen ganz ähnlich. Angesichts wieder steigender Corona-Zahlen auf Mallorca und den heftigen Reaktionen in Deutschland hat die Regionalregierung beim Tourismus die Notbremse gezogen. Man habe es ja gar nicht darauf angelegt, dass zu Ostern schon wieder ausländische Touristen kommen, berichtete die Zeitung Diario de Mallorca am Dienstag unter Berufung auf den Wirtschaftsminister der Balearen, Iago Negueruela. "Für uns hat Ostern keine Priorität. Wichtig ist es, die Sommersaison zu sichern", zitierte die Zeitung den Minister.

Klar ist eines sicherlich: Sollte sich die brasilanische Variante doch auf den Balearen einnisten und verbreiten, käme das für Einwohner und Touristen gleichermaßen einer erneuten Corona-Katastrophe gleich.

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