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Krankenpfleger missbraucht Kinder auf Intensivstation

Krankenpfleger missbraucht Kinder auf Intensivstation

Prozessauftakt in Berlin

Es klingt unglaublich: Ein Kinderkrankenpfleger soll kleine Patienten auf der Intensivstation missbraucht haben. Als dieser Fall Anfang 2011 bekannt wird, sorgt er für Entsetzen. Ab heute muss sich der mutmaßliche Täter Michael N. vor Gericht verantworten. Ihm drohen zehn Jahre Haft. Für den Prozess sind vier Verhandlungstage angesetzt.

Pfleger missbraucht Kinder auf Intensivstation
Der Angeklagte sitzt bei seinem Prozess im Rollstuhl. Nach seiner Verhaftung hatte er sich am Unterleib verstümmelt.
dpa, Hannibal Hanschke

Sie waren ihm hilflos ausgeliefert: operierte Kinder, krank, mit Schmerzen. Opfer, die sich niemals hätten wehren können. Der 29-jährige Kinderkrankenpfleger soll auf der Intensivstation drei Jungen im Alter von fünf, acht und neun Jahren sexuell missbraucht haben.

Michael N. arbeitete im Helios Klinikum Berlin-Buch, oft in der Nachtschicht. Von Juni bis November 2010 soll er seine Taten begangen und sie mit seinem Handy auch noch gefilmt haben. Er wähnte seine Opfer offenbar im künstlichen Tiefschlaf durch Narkose oder Schmerzmittel.

Kinderpornografie auf Computer des Angeklagten

Auf dem beschlagnahmten Computer des Angeklagten war auch kinderpornografisches Material entdeckt worden. Nach Angaben von Gerichtssprecher Tobias Kaehne hatte der Angeklagte die sexuellen Übergriffe in Vernehmungen gestanden. Nach seiner Verhaftung hatte sich der Mann in seiner Zelle am Unterleib verstümmelt. Aus medizinischen Gründen wurde er von der Haft verschont. Heute wurde er im Rollstuhl in den Gerichtssaal gebracht.

Von den Vorwürfen gegen den früheren Mitarbeiter hatte sich die Klinik erschüttert gezeigt und Konsequenzen gezogen. Ein Kinderschutzprogramm wurde aufgelegt, die Intensivstation wird mit Kameras überwacht. Neue Mitarbeiter müssen ein erweitertes Führungszeugnis vorlegen.