Wegen Corona

Krankenkassen-Chef erwartet deutlichen Anstieg der Beiträge

Krankenkasse
© dpa, Maurizio Gambarini, jhe kde kno lre kno soe

28. September 2020 - 7:48 Uhr

Viele Unternehmen können Beiträge nicht abführen

Wegen der Wirtschaftskrise in der Corona-Pandemie haben viele Unternehmen offenbar Probleme, für ihre Beschäftigten die fälligen Beiträge an die Krankenkassen abzuführen. Als weitere Corona-Folge erwartet der Chef der Technikerkrankenkasse einen deutlichen Anstieg der Beitragssätze.

Zahl der Stundungsanträge bei Techniker um 60-fache gestiegen

Allein bei der Techniker Krankenkasse (TK) hat sich die Zahl der Stundungsanträge um das 60-fache erhöht, wie Vorstandschef Jens Baas den Zeitungen der Funke Mediengruppe (Montag) sagte. "Auch die Zahl der Anträge auf Ratenzahlung ist 100 Mal so hoch wie vorher", sagte er. Das sei ein dramatischer Anstieg im Vergleich zum Schnitt der Vorjahre.

24.04.2018, Berlin: Jens Baas, Vorsitzender des Vorstands der Techniker Krankenkasse, präsentiert eine App zum Start einer ersten "Elektronischen Gesundheitsakte". Versicherte sollen selbst entscheiden können, welche Diagnosen, Medikamente etc. sie s
Jens Baas , Vorstands-Vorsitzender der Techniker Krankenkasse .
© dpa, Wolfgang Kumm, wk fpt

Die Anträge kämen etwa von wirtschaftlich angeschlagenen Arbeitgebern, sagte der Chef von Deutschlands größter Krankenkasse. Die TK zählt rund 10 Millionen Versicherte bundesweit.

Auch erwartet Baas wegen der Pandemie eine deutliche Erhöhung der Beitragssätze. "Die Beiträge werden in den kommenden Jahren erheblich steigen", sagte Baas. Die aktuell geplante Erhöhung um durchschnittlich 0,2 Prozent werde das aktuelle Finanzproblem der Kassen "vielleicht aufschieben, aber nicht lösen". Auch könnten die gesetzlichen Krankenversicherungen ihre Rücklagen nur einmal abbauen, "dann sind sie weg".

Laut Baas entstehen den Kassen in der derzeitigen Pandemie hohen Ausgaben "durch die Schutzmaßnahmen, die die gesetzliche Krankenversicherung finanziert, wie den Aufbau von Intensivbetten oder den Kauf von Schutzausrüstung". Die Behandlung von Corona-Patienten falle hingegen finanziell "kaum ins Gewicht".

Noch mehr Wirtschafts- und Finanzthemen finden Sie auch bei Stern Plus.

Quelle: DPA / RTL.de