Krankenkasse empfiehlt in Kochrezept giftigen Pilz

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1. Oktober 2010 - 15:09 Uhr

"Bitte nicht sammeln und verzehren"

Der Krankenkasse Vereinigte IKK ist in ihrer Mitgliederzeitschrift "Aktiv und gesund" ein folgenschwerer Fehler unterlaufen. Das Pilzrezept unter dem Motto "Der Herbst bittet zu Tisch" kann im ungünstigsten Fall die letzte Mahlzeit auf Erden sein. Tödlicher Bestandteil des Rezepts ist ein giftiger Pilz (Tricholoma equestre), der bei einigen Menschen zu schweren Vergiftungen führen kann.

Lange Zeit galt der grünliche Waldpilz noch als essbar und wurde sogar auf Märkten angeboten. Nachdem es in Frankreich im Sommer 2001 nach dem Essen des Pilzes zu mehreren Vergiftungen gekommen war, hat das damalige Bundesinstitut für gesundheitlichen Verbraucherschutz vom Verzehr des Grünlings abgeraten. In Italien und Frankreich wurde zwischenzeitlich der Verkauf verboten.

In seltenen Fällen kann es bei einigen Menschen nach dem Verzehr des Pilzes sogar zu einem Zerfall und Abbau von Muskelzellen kommen. Diese sogenannte Rhabdomyolyse äußert sich in Muskelschwäche, Muskelschmerzen und Müdigkeit. Schreitet die Erkrankung ohne rechtzeitige Behandlung fort, kann es zum Tod durch Nieren- oder Herzversagen kommen.

Krankenkasse greift zu drastischen Maßnahmen

Die Vereinigte IKK entschuldigt den gefährlichen Fehler auf ihrer Homepage wie folgt: "Unserer externen Agentur ist ein bedeutsamer Fehler unterlaufen, der Gefahren für Leib und Leben bedeuten kann. Der bis 2001 als beliebter Speisepilz geltende Grünling wird seitdem aufgrund von schweren Vergiftungen bei Menschen als giftig eingestuft. Wir bitten Sie dringend, den Grünling nicht zu sammeln und nicht zu verzehren."

Zur Eindämmung der Problematik ruft die Krankenkasse in ihrer Richtigstellung sogar zu drastischen Maßnahmen auf: "Bitte vernichten Sie die noch bei Ihnen befindliche(n) Ausgabe(n) der aktiv+gesund 03/2010."

Jeder Mensch bei dem ein Verdacht auf eine Pilzvergiftung besteht, soll sich an die Giftnotrufzentrale Tel: 0551/19240 und die Pilznotruf-Hotline Tel: 0176/26190033 wenden. Zudem sollte umgehend Kontakt mit dem nächsten Arzt oder im akuten Fall über die Rettungsleitstelle Notruf 112 zum nächsten Notarzt bzw. Krankenhaus aufgenommen werden.