Einer packt es an!

Papier-Akten und Faxgeräte sind Geschichte: So digital kann ein Krankenhaus sein

28. Januar 2021 - 15:55 Uhr

Digitalisierung wurde vielfach verschlafen

Die Corona-Krise hat viele Schwächen in Deutschland offengelegt. Ein Riesen-Knackpunkt: Die Digitalisierung ist vielerorts verschlafen worden. Das gilt nicht nur für Gesundheitsämter und andere Behörden, sondern auch für viele Krankenhäuser.

Der Chef der Uni-Klinik Essen, Professor Jochen Werner hat dagegen schon 2015 begonnen, die Klinik zum Smart Hospital umzubauen, also zu einem vernetzten Krankenhaus. Wie das funktioniert, zeigen wir Ihnen im Video.

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Wo immer Suchaufwand sei, wachse die Gefahr von Fehlern

Jochen Werner, Klinikum Essen
Der Chef der Uni- Klinik Essen, Professor Jochen Werner (vorne im Bild) hat schon 2015 begonnen, die Klinik zum Smart Hospital umzubauen, also zu einem vernetzten Krankenhaus.
© RTL

In der komplett digitalen Notaufnahme der Essener Uniklinik können sich Professor Jochen Werner und seine Kollegen per App das Bild eines CT's ansehen. Gleich daneben sind vernetzte, mobile Monitore, deren Untersuchungsergebnisse – ob von vor Ort oder aus dem Rettungswagen – zentral gespeichert und für die Mediziner zettelfrei zur Verfügung stehen.

"Der Vorteil ist natürlich, dass man nicht eine Papierdokumentation hat. Wo immer Suchaufwand da ist, gibt es Informationsverlust, Gefahren, Fehler beim Übertragen von den Daten und das ist hier einfach viel weiter entwickelt" sagt Prof Dr, Jochen A. Werner. Man habe viel weniger Suchvorgänge, die Dokumentation sei leichter, die Befunde sind transparenter abrufbar und die Patientensicherheit steige.

Eine Errungenschaft, die gerade jetzt in der Corona-Krise den entscheidenden Unterschied macht. Die Corona-Krise ist eine Extrembelastung für alle, die im Krankenhaus arbeiten. Ärzte, Pfleger und Krankenschwestern können sich so viel besser um das kümmern, für das sie diesen Beruf einmal erlernt haben: Um ihre Patienten und um die Gesundheit und nicht um den Verwaltungs-Aufwand.

Einer packt es an: Das Beispiel Rostock

Ganz Deutschland strebt einen Inzidenz-Wert von weniger als 50 an. So wollen Bund und Länder die Pandemie unter Kontrolle bringen. Aber nur den wenigsten Städten gelingt das seit Monaten schon so gut und konsequent wie Rostock. Die Hansestadt in Mecklenburg-Vorpommern weist derzeit einen Inzidenzwert von 41,6 auf (Stand: 27. Januar 2021). Einer der niedrigsten Werte bundesweit. Wie hat es die Stadt geschafft? Bürgermeister Claus Ruhe Madsen verrät sein Erfolgsrezept.