Was bedeutet das für das Treffen mit den Ministerpräsidenten?

Kränkelnde Kanzlerin? Merkel zeigt sich verschnupft und mit kratziger Stimme bei Konferenz

14. Oktober 2020 - 7:39 Uhr

Im Video: Angela Merkel spricht mit kratziger und nasaler Stimme bei ESDN-Konferenz

Müde Augen, kratzige Stimme und nasale Sprechweise – so kennen wir Angela Merkel eigentlich nicht. Am Dienstagmorgen zeigte sich die Kanzlerin allerdings so bei der Jahreskonferenz des European Sustainable Development Network (ESDN), der sie per Video zugeschaltet war. Ist die Kanzlerin etwa erkältet? Und wenn ja: Was bedeutet das für das Treffen mit den Ministerpräsidenten am Mittwoch, das eigentlich als Vor-Ort-Treffen in Berlin stattfinden sollte?

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Erkältungsanzeichen während Redebeitrag zur Corona-Pandemie

Inhaltlich ist Merkels Redebeitrag bei der ESDN-Konferenz von ihrer gewohnten, nüchternen Qualität – sie spricht über die Bewältigung der Corona-Pandemie in Deutschland. Bereits zu Beginn muss sich die offensichtlich kränkelnde Kanzlerin aber mehrfach räuspern, ihre Stimme klingt nasal und kratzig – wie im Video zu sehen und zu hören ist.

Treffen mit Ministerpräsidenten bislang immer per Videokonferenz

Die Konferenz mit den Ministerpräsidenten trotz Erkältungssymptomen wie geplant persönlich stattfinden zu lassen, wäre für die sonst so vorsichtige Kanzlerin ein ungewöhnlicher Schritt. Zu Beginn der Pandemie hatte sie sich schon einmal in 14-tägige Quarantäne begeben, weil sie von einem mit dem Coronavirus infizierten Arzt behandelt worden war. Seitdem liefen viele Regierungsgeschäfte und wichtige Treffen mit Vertretern der Bundesländer meist per Videoschalte.

Ministerpräsidenten sollten erstmals seit Pandemie-Beginn wieder nach Berlin kommen

Nicht so diese Woche: Die Ministerpräsidenten der Länder sollten eigentlich erstmals seit sieben Monaten wieder persönlich nach Berlin kommen, um mit der Kanzlerin über die Corona-Lage zu beraten. Ein Regierungssprecher kündigte an, Merkel werde danach mit dem Vorsitzenden der Ministerpräsidentenkonferenz, Michael Müller (SPD, Berlin), und dessen Vize, Bayerns Regierungschef Markus Söder, eine Pressekonferenz geben.

Das vorerst letzte Vor-Ort-Treffen fand am 12. März statt, als das Herunterfahren des gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Lebens in Deutschland wegen der Corona-Krise beschlossen wurde.

RTL-Anfrage läuft

Auf eine RTL-Anfrage an das Bundespresseamt und Regierungssprecher Seibert hieß es: "Die Gesundheit der Bundeskanzlerin ist gut. Im Bundeskanzleramt werden morgen - wie jeden Tag - die Hygiene- und Infektionsschutzregeln konsequent eingehalten werden. Die lüftungstechnischen Bedingungen in dem Konferenzsaal entsprechen modernen Voraussetzungen, um das Infektionsrisiko zu minimieren. Natürlich wird mit ausreichend Abstand gesessen."