Das machen sie anders als andere Dörfer

Kostenloses W-Lan oder neuer Dorfteich: Diese Orte gewinnen Wettbewerb

Zwischen Einsamkeit und Gemeinschaft: Alle müssen mitmachen, damit das Dorfleben funktioniert.
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24. Januar 2020 - 16:09 Uhr

Acht Dörfer mit Gold ausgezeichnet

Gleich acht Dörfer gewinnen beim Dorfwettbewerb Gold und damit je 15.000 Euro Preisgeld. Sie waren mit unterschiedlichen Projekten angetreten. Zum Beispiel Lückert in Nordrhein-Westfalen: Die 107 Einwohner setzen auf neue und alte Technologie, haben trotz ihrer Größe einen eigenen Fernsehkanal und arbeiten an einem kostenlosen W-Lan-Netz für alle.

In Bollstedt in Thüringen tun sich die Einwohner mit ortsansässigen Firmen zusammen und finanzieren so öffentliche Einrichtungen wie zum Beispiel eine Bogenschießanlage oder einen neuen Dorfteich, den sie in Eigenregie gemeinsam gebaut haben.

Landwirtschaftsministerin Julia Klöckner kürt die Sieger

30 Dörfer kamen in die Finalrunde des Wettbewerbs "Unser Dorf hat Zukunft", der vom Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft ausgetragen wurde. Dörfer mit bis zu 3.000 Einwohner konnten sich bewerben unter der Voraussetzung, dass die Bewohner gemeinsam an der Zukunft ihrer Dörfer arbeiten. So bewertete die 23-köpfige Jury zum Beispiel, ob es genügend Arbeitsplätze, soziale Einrichtungen und ein intaktes Vereinsleben gibt und ob alle die Gelegenheit haben, an der Gestaltung des Dorfes mitzuarbeiten.

Viel Spott für Klöckners Social Media Kampagne ' Dorfkinder

Seit Jahren leiden die Dörfer in Deutschland unter schlechten Verkehrs- und Netzanbindungen, Junge und Alte beklagen sich über unzureichende Freizeitmöglichkeiten - eine Abwanderung aus den Dörfer ist vielerorts die Folge. Mit dem Bundeswettbewerb soll den Dörfern ein positives Image verliehen werden.

Landwirtschaftsministerin Julia Klöckner zeichnete die Gewinner heute bei der Grünen Woche aus. - Ausgerechnet die Ministerin, die in den letzten Tagen viel Spott für ihre verunglückte Social Media Kampagne #Dorfkinder erntete.

Dazu rief die Ministerin Jugendliche dazu auf, über die positiven Seiten des Großwerdens auf dem Land zu berichten.

Doch es meldeten sich Unzählige, die sich unter dem Hashtag über Rassismus, Mobbing und fehlendes Netz beklagten.