Obwohl ihr Geld knapp ist

Hartz-IV-Empfänger müssen auf Gratis-Masken warten

Hartz-IV-Empfänger haben Anspruch auf zehn kostenlose Masken
Hartz-IV-Empfänger haben Anspruch auf zehn kostenlose Masken
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05. Februar 2021 - 9:05 Uhr

Eigentlich sollten auch die Empfänger von Arbeitslosengeld II kostenlose FFP2-Masken erhalten. Die sind schließlich teuer und das Geld bei Hartz-IV-Empfängern knapp. Doch auf die Masken-Gutscheine müssen sie noch warten, sagen die Krankenkassen. Zu viele wichtige Fragen seien noch offen.

Medizinische Masken sind Pflicht

Seit Ende Januar ist das Tragen einer medizinischen Maske – also OP-Maske oder FFP2-Maske – in Geschäften und Verkehrsmitteln Pflicht. Das Problem: Anders als eine Stoffmaske lassen sich diese Masken nicht so gut reinigen und können nur wenige Male getragen werden. Gerade Hartz-IV-Empfänger können sich die teuren Masken aber oft kaum leisten. Wie auch Menschen der Risikogruppe, sollten sie also eigentlich Gutscheine für zehn Gratis-Masken bekommen. Jetzt teilt der Spitzenverband der Gesetzlichen Kassen (GKV) aber mit: Die Berechtigungsscheine zum Abholen in der Apotheke an insgesamt etwa fünf Millionen Bedürftige wurden von den Krankenkassen bisher nicht verschickt!

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Kostenlose Masken: Warum dauert das so lange?

Beschlossen wurde die erweiterte Maskenpflicht am 19. Januar, also vor mehr als zwei Wochen. Vergangene Woche dann hatten Sozialminister Hubertus Heil (SPD) und Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) angekündigt, dass Hartz-IV-Empfänger Gratis-Masken erhalten sollen. Eigentlich genug Zeit, um den Versand zu organisieren, könnte man denken. Doch viele Fragen seien noch offen, sagt Krankenkassen-Sprecher Florian Lanz: "Beispielsweise benötigen die Krankenkassen die Druckvorlage für das Schreiben der Bundesregierung, welches als Berechtigungsschein verschickt werden soll:"

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Auf Schreiben von Krankenkassen warten

Und das könne noch dauern, sagt Lanz: "Wann der Versand praktisch starten wird, lässt sich noch nicht sagen." Eine Sprecherin des Bundesgesundheitsministeriums sagte aber, die Verordnung sei in Arbeit. Zu Details wolle man sich zum jetzigen Zeitpunkt nicht äußern. Die Deutsche Presseagentur berichtet von einem Brief Spahns und Heils vom Dienstag. In dem heißt es, die Betroffenen würden das Schreiben "zeitnah" von ihren Krankenkassen bekommen. Die Verordnung dazu werde bis Ende dieser Woche im Bundesanzeiger veröffentlicht. In der Regel treten Verordnungen dann oder einen Tag später in Kraft.

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