Neues Klimahaus der Uni Hamburg

157 Millionen teurer als geplant: Kosten für "Haus der Erde" explodieren

Hier entsteht das "Haus der Erde" ein Neubau der Uni-Hamburg.
Hier entsteht das "Haus der Erde" ein Neubau der Uni-Hamburg.
RTL Nord

Das wird richtig teuer!

Nach dem Desaster um die Baukosten der Elbphilharmonie hat Hamburg jetzt ein neues Sorgenkind in Sachen Neubau: Das „Haus der Erde“ am Campus Bundesstraße im Stadtteil Eimsbüttel sollte ursprünglich 177 Millionen Euro kosten. Doch nun sind mindestens 303 Millionen Euro fällig - also 157 Millionen Euro mehr als geplant! Und auch die Eröffnung verspätet sich deutlich.

Bauzeit verlängert sich um satte fünf Jahre

Im zukünftigen „Haus der Erde“ sollte eigentlich schon seit 2019 fürs Klima geforscht werden, nun gehen die Planer davon aus, dass der Bau erst 2024 fertig wird. Grund für die enorme Verzögerung sind Planungsmängel bei der Lüftungsanlage. Leider fiel das erst im vergangenen Jahr auf und da stand der Rohbau bereits.

Bund der Steuerzahler hat „die Schnauze voll“

Das Bau-Debakel sorgt beim Bund der Steuerzahler für dicke Luft: „Sobald das Gebäude komplizierter wird, ist der Staat scheinbar überfordert“, so Vorstandsmitglied Petra Ackmann. „Es muss am Anfang einfach solider geplant werden, wenn es denn schon selbst gebaut werden soll und dann muss man eben eine Obergrenze festlegen. Unsere Kernbotschaft ist einfach: Schuster bleib bei deinen Leisten. Und wenn der Staat nicht bauen kann, dass soll er’s lassen.“, so Ackmann weiter.

Finanzsenator Andreas Dressel weist Schuld von sich

Aus sich vom Finanzsenator liege die Schuld nicht bei der Stadt, sondern allein bei den Planern. „Wir sind auch darauf angewiesen, dass die Firmen ihre Hausaufgaben machen und das hat nicht geklappt“, so Dressel (SPD). Seit November 2017 seien bereits vier Büros gekündigt und zwei Klagen eingereicht worden, drei weitere seien in Vorbereitung. Jetzt will Planungsfirma Nummer fünf das „Haus der Erde“ endlich zu Ende bauen.