Kosmetik aus dem Netz: Nicht immer sind die Cremes harmlos

08. Juni 2018 - 12:35 Uhr

Drei Handelsketten schlagen jetzt Alarm

Sie ist preiswert, aber in vielen Fällen auch illegal und sogar gesundheitsgefährdend: Kosmetik von ausländischen Händlern, die von Onlineplattformen wie Amazon-Marketplace oder eBay angeboten wird. Jetzt schlagen gleich drei große deutsche Handelsketten Alarm. Was steckt dahinter?

Produkte können Allergien auslösen

Rossmann, dm und Douglas haben vierundzwanzig Kosmetik-Artikel untersuchen lassen, die online angeboten werden. Bei sechs davon waren zum Beispiel Allergene und Konservierungsstoffe nicht angegeben. In einem der untersuchten Produkte steckten sogar gefährliche Keime.

"Diese Produkte können erhebliche Allergien auslösen. Zum Teil sind Konservierungsmittel enthalten, die stärker sind als in Deutschland erlaubt. Sie können Allergien verursachen, aber auch Reizungen auf der Haut", sagt Hautarzt Dr. Wolfgang Lensing. Bei keimverseuchten Produkten drohen Wundrosen, Furunkel oder Abszesse. Worauf Sie beim Kauf von Kosmetik achten sollten, erklärt Dr. Lensing im Video.

Was sagen eBay und Amazon zu den Vorwürfen? Schriftlich erklärt eBay:

"Verkäufer auf den eBay Marktplätzen müssen sich selbstverständlich stets an alle gesetzlichen Bestimmungen sowie die einschlägigen eBay Grundsätze halten. eBay ist in erheblichem Umfang proaktiv tätig, um unzulässige Angebote zu blockieren oder zu beenden. Zudem betreibt eBay eine Vielzahl von Kooperationen mit Aufsichtsbehörden nicht nur in Deutschland, sondern auch international."

Und Amazon schreibt:

"Die Sicherheit der Kunden hat oberste Priorität. (…) Alle Amazon Marketplace Verkäufer müssen sich an unsere lokalen Verkaufsbedingungen halten. Erlangen wir Kenntnis über einen Verstoß, ergreifen wir entsprechende Maßnahmen, die die Schließung des Verkäufer-Kontos beinhalten können. Wir überprüfen die auf unserer Website gelisteten Produkte mit Blick auf Sicherheitsbedenken und sofern notwendig, entfernen wir ein Produkt und wenden uns an Verkäufer, Hersteller und Behörden, um mit Hilfe zusätzlicher Informationen eventuelle weitere Maßnahmen zu ergreifen."

Die kritisierten Produkte werden derzeit noch untersucht, um die entsprechenden Maßnahmen zu ergreifen, heißt es weiter.

Die Regierung soll handeln

Die Handelsketten dm, Douglas oder Rossmann fordern nun von der Regierung, die Online-Händler stärker zu regulieren. Sie sorgen sich nicht nur um den Verbraucherschutz, sondern haben auch eigene wirtschaftliche Interessen. Welche Maßnahmen die zuständige Ministerin für Ernährung und Landwirtschaft nun ergreifen will, erklärt sie im Video.