Korruptionsverfahren gegen den Ex-Bundespräsidenten: Wulff will Freispruch

12. April 2013 - 22:28 Uhr

Ermittlungen sollen eingestellt werden

Ex- Bundespräsident Christian Wulff will nach einem Bericht der 'Hannoverschen Allgemeinen Zeitung' erreichen, dass die Staatsanwaltschaft Hannover die Ermittlungen gegen ihn vorbehaltlos einstellt. In dem Korruptionsverfahren sei dies das Ziel von Wulffs Anwälten, berichtet die Zeitung in ihrer Samstagausgabe. Aus Sicht der Anwälte solle das Verfahren mangels hinreichenden Tatverdachts eingestellt werden.

Ex-Bundespräsident Wulff
Wulff will, dass die Staatsanwaltschaft die Ermittlungen gegen ihn einstellt.
© dpa, Wolfgang Kumm

Wulffs Anwalt Gernot Lehr wollte dazu nicht Stellung beziehen. "In dem laufenden Verfahren sagen wir nichts", sagte er. Vertreter der Anklagebehörde und Anwälte wollen sich am Montag in Hannover treffen. Offen ist, ob dabei eine Entscheidung fällt. Die Staatsanwaltschaft Hannover hatte Wulff und dem ebenfalls unter Korruptionsverdacht stehenden Berliner Filmproduzenten David Groenewold angeboten, bei Zahlung einer Geldauflage keine Anklage zu erheben.

In dem Ermittlungsverfahren geht es um zwei Übernachtungen im Jahr 2008 in München im Wert von 770 Euro. Groenewold soll sie für das Ehepaar Wulff bezahlt haben. Im Gegenzug soll sich Wulff in einem Brief an Siemens-Chef Peter Löscher für ein Filmprojekt von Groenewold eingesetzt haben. Wulff und Groenewold bestreiten dies.