Korruption nicht das einzige Problem: BAMF beendet Zusammenarbeit mit zahlreichen Dolmetschern

© dpa, Daniel Karmann, dka tba

21. April 2018 - 12:54 Uhr

Probleme mit Vertrauenswürdigkeit der Dolmetscher

Das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) hat neben dem mutmaßlichen Korruptionsskandal von Bremen auch Probleme mit der Vertrauenswürdigkeit von Dolmetschern. So habe die Behörde allein 2017 die Zusammenarbeit mit 30 Dolmetschern "aufgrund von Verletzungen gegen den Verhaltenskodex" beendet, berichtet die 'Bild'-Zeitung. Das Blatt beruft sich auf eine Antwort des Bundesinnenministeriums auf eine Anfrage der Linken im Bundestag.

Motiv der entlassenen BAMF-Mitarbeiterin in Bremen bislang unklar

In vielen Fällen sollen gleich mehrere angehäufte Verstöße zur Beendigung der Zusammenarbeit geführt haben. Zudem seien 2017 und 2018 insgesamt 2.100 weitere Dolmetscher vor allem wegen fachlicher Mängel "von weiteren Einsätzen für das BAMF ausgenommen" worden.

In dem am Freitag bekannt gewordenen Fall bei der BAMF-Außenstelle Bremen soll auch ein Dolmetscher verwickelt sein. Die frühere Leiterin der Außenstelle soll im Zeitraum von 2013 bis 2016 in 1.200 Fällen Asyl gewährt haben, obwohl die Voraussetzungen nicht gegeben waren.

Gegen die inzwischen suspendierte Frau sowie fünf weitere Beschuldigte wird wegen Bestechlichkeit und "bandenmäßiger Verleitung zur missbräuchlichen Asylantragstellung" ermittelt. Zu Deutsch: Die Beschuldigten haben offenbar gezielt Flüchtlinge aus anderen Bundesländern zur Bremer BAMF-Außenstelle gebracht, obwohl diese für die Menschen gar nicht zuständig war. Das Motiv ist noch unklar. 

Gegen "private Einladungen" Asyl gewährt?

Weshalb die Bamf-Mitarbeiterin 1.200 Flüchtlingen ohne rechtliche Grundlage Asyl gewährte, ist noch nicht klar.