19. September 2018 - 11:16 Uhr

Gemeinsame Bewerbung für Olympische Sommerspiele 2032

Sollte dieses Abkommen funktionieren, es wäre ein historischer Durchbruch: Auf ihrem Gipfel in Pjöngjang haben Südkoreas Präsident Moon Jae und Nordkoreas Diktator Kim Jong Un vereinbart, die koreanische Halbinsel von Atomwaffen zu befreien. Kim habe sich zum Abbau seiner landesweit größten Atomanlage Yongbyon bereit erklärt und wolle internationale Atom-Inspekteure ins Land lassen, sagte Moon. Warme Worte oder ist wirklich ein Wille zur Abrüstung da?

Kim Jong Un fordert Entgegenkommen von den USA

Konzert, Festessen, Tanz: Der Rahmen des dritten Treffens der nord- und südkoreanischen Staatsschefs glich einem Fest. Womöglich ist die Feierstimmung in Pjöngjang ein gutes Vorzeichen für eine tatsächliche Entnuklearisierung der koreanischen Halbinsel.

"Da Präsident Moon und ich Vertrauen zueinander aufgebaut haben, werden unsere Schritte in Zukunft einer friedlichen und wohlhabenden koreanischen Halbinsel schneller werden", sagte Kim Jong Un. Konkret geht es um den Abbau der Atomanlage Yongbyon. Hier wurde früher waffenfähiges Plutonium produziert und zum Beispiel für den ersten Atomwaffentest Nordkoreas Ende 2006 eingesetzt. Als Gegenleistung will Kim Jong Un ein Entgegenkommen von den USA. Wie das aussehen soll, teilte er nicht mit. Unklar ist auch, wann und wie genau der Abbau der Atom- und Raketenanlagen vonstattengehen soll.

Fest steht dagegen, dass Nord- und Südkorea ab dem 1. November 2018 nahe der Grenze Flugverbotszonen einrichten und Militärübungen einstellen wollen, die auf den jeweiligen Nachbarn abzielen. Damit sollen ungewollte Zwischenfälle vermieden werden. Auch im Gelben Meer soll eine Pufferzone eingerichtet werden.

So ordnet RTL-Koreaexpertin Pia Schrörs das Abkommen ein

RTL-Koreaexpertin Pia Schrörs: "Der Schritt dieses Abkommens ist hoch zu bewerten. Es ist ein Zeichen, dass Kim Jong Un bereit ist, diesen Prozess weiter voranzutreiben." Tatsächlich fiel Kim Jong Un in der Vergangenheit weniger durch Inspektionen der nuklearen Anlagen auf, sondern schaute sich Farmen und Wirtschaftsunternehmen an. "Damit will er zeigen, dass er sich auf die Entwicklung der Wirtschaft konzentiert", so Schrörs.

Ein weiterer Schritt hin zu einem offenen Korea: Die beiden Staaten kündigten an, sich gemeinsam für die Ausrichtung der Olympischen Sommerspiele 2032 zu bewerben. Konkurrent ist dann möglicherweise Deutschland mit Nordrhein-Westfalen.

Sind die Fortschritte nach den Treffen von US-Präsident Donald Trump und Kim Jong Un auch ein amerikanischer Erfolg? Der Gipfel sei eine "historische Gelegenheit" für Kim, die bei dem Gipfel mit US-Präsident Donald Trump im Juni in Singapur umzusetzen, hieß es aus dem US-Verteidigungsministerium. Tatsächlich ist der Einfluss von Donald Trump in dieser Angelegenheit allerdings eher gering zu bewerten, wie Schrörs im Video analysiert.

Quelle: DPA/RTL.de