Kopfhörer im Straßenverkehr: Gefährliche Falle

In Hannover ist ein Junge vor die Straßenbahn gelaufen - er hatte Kopfhörer auf

Ist Ihnen schon mal aufgefallen, wie viele Menschen mittlerweile mit Kopfhörern unterwegs sind? Bei Schülern sind es nach einer Umfrage schon mehr als die Hälfte. Und das wird zunehmend zum Problem. Denn Musik im Ohr lenkt mehr vom Straßenverkehr ab, als viele denken. Erst diese Woche ist ein Junge in Hannover vor die Straßenbahn gelaufen - er hatte Kopfhörer auf.

Musikberieselung im Straßenverkehr ist nicht grundsätzlich verboten

Abgelenkt im Straßenverkehr - egal ob Radfahrer oder Fußgänger - immer wieder kommt es zu Unfällen. Wie Anfang der Woche in Hannover: Ein 15-jähriger Skateboardfahrer wurde an einem Fußgängerübergang von einer Straßenbahn erfasst und lebensgefährlich verletzt.

Dabei ist Musikberieselung im Straßenverkehr nicht grundsätzlich verboten. Wenn die Musik allerdings nachweislich lauter war als der Straßenverkehr, droht Radfahrern zumindest ein Bußgeld von 10 Euro. Und bei einem Unfall könnte richtig Ärger auf die Verursacher zukommen. "Insbesondere wenn ich selbst zu Schaden gekommen bin, bleibe ich möglicherweise auf einem Teil meines Schadens sitzen - selbst wenn ich nicht der Verursacher des Unfalls war. Ich kann auch für andere haften, wenn ich diese gezwungen habe, Ausweichemanöver zu fahren", sagt Jens Klinkert, Fachanwalt für Verkehrsrecht.

Das gilt übrigens auch für Skateboarder oder Fussgänger - viele sehen die ablenkende Beschallung aber eher als Bagatelle. Zumindest ein mögliche Lösung gibt es in den Niederlanden: sogenannte Bodenampeln - Lichtsignale für Menschen mit dem Handyblick. Auch in Deutschland gibt es erste Projekte gegen die Ablenkung für Auge und Ohr.