Konzept zum Schutz von Kindern vor sexualisierter Gewalt

Ein junges Mädchen hält sich die Hände vor ihr Gesicht. Foto: Nicolas Armer/dpa/Symbolbild
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02. Juli 2020 - 19:42 Uhr

Die rheinland-pfälzische Landesregierung pocht auf ein Gesamtkonzept zum Schutz von Kindern vor sexualisierter Gewalt. Kein Täter dürfe sich vor Entdeckung sicher fühlen, erklärten Ministerpräsidentin Malu Dreyer, Innenminister Roger Lewentz (beide SPD) und Familienministerin Anne Spiegel (Grüne) am Donnerstag in Mainz. Deswegen setze Rheinland-Pfalz bereits heute auf hohen Verfolgungsdruck und Prävention. "Das erschütternde und unermessliche Leid der Kinder und das schreckliche Ausmaß der Taten von Bergisch Gladbach oder Münster zeigen, wie wichtig der Schutz vor sexuellem Missbrauch von Kindern ist", erklärten die drei Politiker.

Erst kürzlich hatte Lewentz die Ermittlungsarbeit der Polizei im Kampf gegen Kindesmissbrauch und Kinderpornografie vorgestellt. Dabei sollen Software und künstliche Intelligenz helfen. So solle eine neue Auswertungssoftware die Bewertung von sichergestellten kinderpornografischen Bildern und Videos erleichtern, wie Lewentz erklärte. Auch die Präventionsarbeit spiele eine wichtige Rolle, erklärten die Politiker am Donnerstag. "Sexuellem Missbrauch von Kindern muss effektiv durch einen Mix von Maßnahmen und Angeboten entgegengetreten werden", so Spiegel.

Der CDU-Spitzenkandidat für die Landtagswahl, Christian Baldauf, hatte viel härtere Strafen für die Täter und eine bessere Ausstattung der Polizei gefordert. In dem großen Kindesmissbrauchsfall, der in Bergisch Gladbach seinen Anfang genommen hat, gibt es zahlreiche Beschuldigte, die - teilweise ihre eigenen - Kinder missbraucht und Bilder der Taten getauscht haben sollen. Der Fall des schweren sexuellen Missbrauchs mehrerer Kinder in Münster war Anfang Juni bekanntgeworden. Der 27 Jahre alte Hauptverdächtige war wegen Besitzes von Kinderpornografie zweifach vorbestraft und stand unter Bewährung. Er soll sich am zehnjährigen Sohn seiner Lebensgefährtin vergangen haben. Insgesamt gibt es in diesem Komplex nun 21 Verdächtige, von denen elf in Untersuchungshaft sitzen.

Quelle: DPA