Zahl der Attacken auf Nutztiere drastisch gestiegen

Kontrollierter Abschuss von Wölfen: Immer mehr Deutsche dafür!

Der Wolf spaltet die Gemüter
Der Wolf spaltet die Gemüter
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16. Februar 2019 - 20:31 Uhr

Der Wolf spaltet die Gemüter

Laut einer aktuellen RTL-Forsa-Umfrage sprechen sich immer mehr Deutsche (38 Prozent) für einen kontrollierten Abschuss von Wölfen aus. Die Zahl der Attacken auf Nutztiere war zuletzt drastisch gestiegen.

Immer mehr Wolfsangriffe

Die Zahl der Wolfsangriffe auf Nutztiere ist bundesweit stark gestiegen. Das berichtet die "Neue Osnabrücker Zeitung" mit Verweis auf die Schadensbilanz für das Jahr 2017 der zuständigen Dokumentationsstelle des Bundes (DBBW). Demnach stieg die Zahl der Risse gegenüber dem Vorjahr um knapp 66 Prozent auf 472 dokumentierte Fälle. Die Zahl der getöteten, verletzten oder vermissten Tiere - meist Schafe - beziffert die Dokumentationsstelle auf 1.667 - fast 55 Prozent mehr als noch 2016.

Abschießen oder nicht? Umgang mit Wölfen in Deutschland

Tödliche Angriffe von Wölfen auf andere Tiere haben zugenommen. Foto: Julian Stratenschulte/Archiv
Im Monitoringjahr 2017/18 wurden den DBBW-Daten zufolge 73 Rudel, 30 Wolfspaare und einige Einzelwölfe in Deutschland nachgewiesen.
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Laut der RTL-Forsa-Umfrage sprechen sich inzwischen 38 Prozent der Befragten für einen kontrollierten Abschuss aus - ein Anstieg um vier Prozentpunkte im Vergleich zum Oktober 2018. Die Mehrheit (60 Prozent) ist aber nach wie vor dagegen. Deutliche Unterschiede gibt es dabei zwischen westlichen und östlichen Bundesländern: Im Osten sind sogar 50 Prozent der Befragten für den Abschuss. Der Osten und Norden ist vermehrt von den Wolfsattacken betroffen.

Gericht erlaubt Abschuss von Wölfen

Die Umweltminister in Niedersachsen und Schleswig-Holstein gaben kürzlich je einen Wolf zum Abschuss frei. Im Bericht der Dokumentationsstelle heißt es, der Abschuss von Wölfen helfe höchstens kurzfristig in besonderen Situationen. "Um die Probleme dauerhaft möglichst gering zu halten, hilft es nur, Schafe und Ziegen im Wolfsgebiet flächendeckend zu schützen". Die Art und Weise der Nutztierhaltung müsse wieder an die Anwesenheit von Wölfen angepasst werden. "In den Gebieten, wo der Wolf bis heute überlebt hat, werden die Herden wie eh und je von Hirten und Herdenschutzhunden bewacht und während der Dunkelheit in Nachtpferchen gehalten. Bundesagrarministerin Julia Klöckner (CDU) sagte der "Neuen Osnabrücker Zeitung", sie setze sich für eine gemäßigte Bestandsregulierung von Wölfen ein.

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