2019 M02 12 - 17:11 Uhr

"Sie haben im Lotto gewonnen!" Wer bei solchen Anrufen nicht misstrauisch wird, ist schnell ärmer statt reicher. Vor dem Landgericht Frankfurt wird seit Dienstag ein solcher Fall verhandelt. Es geht um eine Bande professioneller Lotto-Betrüger und um Geldwäsche.

Angeklagt ist ein 39-Jähriger aus dem Main-Taunus-Kreis. Er soll im Auftrag der Bande mehrere Konten eröffnet haben. Über sie sollen seit 2013 mehr als 550.000 Euro aus Betrügereien geflossen sein. Welche Rolle der Mann spielte, steht für das Gericht noch nicht fest. Daher ist er bisher nur wegen Geldwäsche, nicht wegen Betrugs angeklagt.

Die aus dem Ausland agierenden Betrüger konnten bislang nicht ausfindig gemacht werden. Sie sollen über Internet und Telefon ihren Opfern vorgespiegelt haben, einen großen Lottogewinn erzielt zu haben. Zu dessen "Abwicklung" aber benötige man erst einmal selber Geld. Alleine ein in der Schweiz lebendes Opfer zahlte rund 500.000 Euro auf das angegebene Konto.

Telefonüberwachung und der Abgleich von Unterschriften brachten die Ermittler auf die Spur des Mannes aus dem Main-Taunus-Kreis. Am ersten von acht geplanten Verhandlungstagen äußerte er sich nicht zu den Vorwürfen. Die Strafkammer will umfangreiche Gutachten sowie Zeugenaussagen in das Verfahren einbringen. Ende März soll der Prozess nach derzeitiger Planung abgeschlossen werden.

Quelle: DPA