Vorsicht vor Schimmel

Kondenswasser: Wenn Fenster schwitzen

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16. Oktober 2019 - 10:33 Uhr

Wo kommen die Wassertröpfchen her?

Kennen Sie das? Wenn es kalt wird, bilden sich unzählige Tröpfchen an den Rändern der Fensterinnenseite. Mit Schwitzen hat das natürlich nichts zu tun: Kondensation ist das Stichwort. Um physikalisch erklären zu können, warum es denn eigentlich am Fenster zu dieser Tröpfchenbildung kommt, muss man sich mit der relativen Luftfeuchtigkeit beschäftigen.

Relative Luftfeuchte = so viel Wasser ist in der Luft gespeichert

Die relative Luftfeuchte beschreibt das Verhältnis zwischen dem tatsächlichen und dem maximal möglichen Wasserdampfgehalt der Luft und wird üblicherweise in Prozent angegeben.

Eine relative Luftfeuchte von 100 % bedeutet, dass die Luft genauso viel Wasserdampf enthält, wie es ihr maximal möglich ist. Sie ist dann gesättigt und kann keinen weiteren Wasserdampf mehr aufnehmen. Wird dann doch Wasserdampf zugeführt oder kühlt sich die Luft ab, kondensiert dieser überschüssige Wasserdampf und es entstehen Tröpfchen.

In der Natur kann man dieses "Phänomen" bei der Bildung von Tau, Nebel oder Wolken beobachten.

Die Sonne strahlt am Sonntagmorgen (13.11.2005) auf einer Wiese in Heusenstamm (Kreis Offenbach) die mit Morgentau bedeckten Grashalme an. Der Herbst zeigt sich freundlich, Sonne und Temperaturen um 10 Grad laden zum Aufenthalt im Freien ein. Foto: F
Draußen kennen wir Kondensationswasser als Morgentau.
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Warme Luft kann mehr Wasser aufnehmen als kalte

Wie viel Wasserdampf die Luft aufnehmen kann, hängt von der Temperatur ab. Wärmere Luft kann mehr Wasserdampf aufnehmen als kältere.

Während beispielsweise 1 m³ Luft bei 15 Grad 13 g Wasserdampf speichern kann, sind bei 0 Grad nur noch maximal 5 g möglich.

Übertragen wir das mal auf die Fensterinnenseite: Vor allem im Winter gehören Fensterscheiben mit zu den kältesten Stellen eines Raums, d.h. die Luft, die sich direkt am Fenster befindet, hat eine niedrigere Temperatur als beispielsweise die in der Mitte des Raums.

Da die Wasserdampfmenge in einem Raum aber im Normalfall überall gleich ist, ist die relative Luftfeuchte direkt am Fenster am höchsten und somit auch die Neigung zur Kondensation. Um dies so gut wie möglich zu verhindern, stehen Heizungen auch häufig unter den Fenstern.

Mit Eisblumen bedeckt ist eine Fensterscheibe am Freitag (21.12.2007) kurz vor Sonnenaufgang bei Ruderatshofen (Schwaben). Nebel und Frost in den Niederungen, sowie Sonne und mildere Temperaturen in den höheren Lagen, bestimmen weiterhin das Wetter i
Im Winter sind Fensterscheiben oft die kältesten Stellen im Raum. Hier kann die Luft deshalb weniger Wasser "tragen".
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Lüften hilft

Damit dieses Kondenswasser nicht zum Problem wird (Schimmelbildung), ist es wichtig, der erhöhten relativen Luftfeuchte an bestimmten Stellen im Raum entgegen zu wirken, indem man zum Beispiel mehrmals täglich für wenige Minuten stoßlüftet.

Dadurch gelangt zwar kühlere Luft in den Raum, die sich aber mit der Raumluft und der unmittelbar am Fenster vorhandenen feuchten Luft vermischt, sodass die relative Luftfeuchte dort  deutlich abnimmt.

Insgesamt sinkt also die Temperatur, wodurch die Luftfeuchtigkeit im gesamten Raum zwar etwas zunimmt, aber nur kurzzeitig, wenn dies durch das Heizen wieder ausgeglichen wird.

Zudem hat regelmäßiges Lüften natürlich noch einen weiteren Vorteil für Körper und Geist: die Zunahme des Sauerstoffgehalts im Raum.