Gesundheitsminister macht Ansage

Spahn: Keine Corona-Impfpflicht!

17. September 2020 - 11:10 Uhr

Minister setzt auf freiwilliges Impfen

Die ganze Welt wartet auf einen Impfstoff gegen das Coronavirus. Im Rekordtempo wird er entwickelt. Doch genau deshalb gibt es Zweifel, ob überhaupt genug Menschen bereit sind, sich zügig impfen zu lassen. Bundesgesundheitsminister Jens Spahn hat jetzt klar gemacht, dass es trotz dieser Zweifel keine Impfpflicht in Deutschland geben soll. "Wir sind sehr, sehr zuversichtlich, dass wir das Ziel einer ausreichend hohen Impfquote freiwillig erreichen", so der CDU-Politiker. Spahn sagt: Um eine Herdenimmunität zu erreichen, müssten sich in Deutschland 55 bis 65 Prozent der Bürger impfen lassen.

Im Interview können Sie sich Spahns Statement zum Stand der Impfstoff-Forschung ansehen.

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CSU-Chef gegen Impfpflicht

Auch Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) hat sich im Interview mit RTL gegen eine Impfpflicht ausgesprochen. "Eine Impfpflicht ist nicht geplant. Aber ich kann nur ausdrücklich werben fürs Impfen." Je mehr das täten, desto besser für das Land und die Freiheit im Land, so Söder. Wenn es einen zugelassenen Impfstoff gebe, werde er sich auch selbst impfen lassen. Als "ersten Testlauf" empfiehlt der CSU-Vorsitzende den Bürgern die Grippe-Impfung.

Deutsche werden bei Corona-Impfung skeptischer

Aktuell sinkt in Deutschland die Bereitschaft zur schnellen Impfung. Laut der aktuellsten Forsa-Umfrage für RTL von Ende August würden sich 40 Prozent gegen Covid-19 impfen lassen, sobald das möglich ist. Im Juni waren es noch neun Prozentpunkte mehr. 48 Prozent würden mit einer Impfung zunächst abwarten, elf Prozent schließen sie generell aus.

Doch wie lange dauert es überhaupt noch bis zu einer Zulassung? Gesundheitsminister Spahn und Forschungsministerin Anja Karliczek (CDU) gehen für kommendes Jahr von einem Impfstoff für große Teile der Bevölkerung aus.

Mehr Impfdosen als Menschen in Deutschland

Die Bundesregierung hatte zuletzt Kritik dafür eingesteckt, dass sie mit zahlreichen Herstellern milliardenschwere Vorverträge für Corona-Impfstoffe geschlossen hat. Minister Spahn wies die Kritik zurück. Weil nicht klar sei, welcher Impfstoff-Kandidat sich letztlich durchsetze, sichere man sich mehr Dosen als Menschen in Deutschland lebten. "Ich gebe nachher gerne anderen Ländern auf der Welt etwas von den mit uns vertraglich geklärten Impfstoffen ab, wenn sich herausstellt, dass wir mehr haben als wir brauchen", sagte Spahn. "Aber ich gehe erst einmal auf Nummer sicher."

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