Pfingsten lockt die Menschen ins Freie

An diesen Hotspots wurde es ganz schön voll

03. Juni 2020 - 8:43 Uhr

Video: Halten sich die Leute an die Corona-Auflagen?

Das sonnige Wetter hat am Pfingstmontag viele Menschen ins Freie gelockt. Die Bilanz sieht in den meisten Städten Deutschlands ganz gut aus. Die meisten hielten sich an die noch bestehenden Kontakt-Auflagen. Doch an manchen Orten knubbelte es sich dann doch ganz schön. Die Bilder des Tages zeigen wir im Video.

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Größere Menschengruppen in Sylt

Yachthafen,Restaurant, Kaffees, Imbiss Pfingstsonntag nach der Lockerung in Mecklenburg / Vorpommern als hätte es nie Corona gegeben. Urlauber und Einheimische hier in Krummin Naturhafen auf der Insel Usedom. 31.05.2020 in Krummin Coronavirus *** Mar
Das schöne Wetter lockte die Menschen am Montag ins Freie.
© imago images/Leo, Ronald Krumbholz via www.imago-images.de, www.imago-images.de

Auf der Nordsee-Insel Sylt war es nicht so voll wie sonst an Pfingsten, aber es gab hier und da Corona-Einsätze. "Es waren einfach zu viele Menschen", sagte die Bürgermeisterin von Kampen, Stefanie Böhm. So habe es am Samstag größere Menschengruppen gegeben, die am Strand gewesen seien. Der Zugang wurde eingeschränkt.

Jüngere nehmen Covid-19-Maßnahmen kaum noch ernst

In der Millionenstadt Köln wurden die Regeln nach Angaben des Ordnungsamtes "im Großen und Ganzen" eingehalten. Es wurden von Freitag bis Sonntag allerdings 108 Verstöße verzeichnet, hieß es am Montag. Es habe am Pfingstwochenende vor allem mit jungen Leuten Probleme gegeben: "Bei diesen Gruppen stellen die Mitarbeiter des Ordnungsamtes vermehrt fest, dass einige die Maßnahmen des Infektionsschutzes kaum noch ernst nehmen", hieß es. Für die Mitarbeiter werde es zunehmend schwieriger, hier mit Argumenten zu überzeugen.

Oft müssten mehrere Teams zu Einsatzorten kommen, da sich die Personen "einen Spaß daraus machen, sich den Maßnahmen/Örtlichkeiten zu entziehen". Zudem verspürten die Mitarbeiter auf der Straße "eine aggressivere Stimmung als zu Beginn der Corona-Einschränkungen".

Kaum Stellplätze für Wohnmobile

26.05.2020, Niedersachsen, Norderney: Zwei Surfer auf Fahrrädern fahren mit ihren Surfbrettern auf der Promenade am Meer entlang. Foto: Rolf Vennenbernd/dpa +++ dpa-Bildfunk +++
Zwei Surfer fahren mit ihren Brettern auf der Promenade auf Norderney am Meer entlang.
© dpa, Rolf Vennenbernd, ve axs

Viele Touristen reisten zum Pfingstwochenende an die deutschen Küsten. In Niedersachsen war es auf den Straßen Richtung Norden spürbar voller, wie der ADAC mitteilte. Es habe mehrere Staus und Unfälle gegeben. In Cuxhaven gab es eine große Nachfrage nach Ferienwohnungen und Stellplätzen für Wohnmobile, wie Wolf-Dieter Schink, Geschäftsführer der Cux-Tourismus GmbH, am Montag sagte. Der Andrang sei in diesem Jahr wegen der vorherigen Corona-Reisebeschränkungen besonders hoch gewesen. Dabei seien auch viele Tagesgäste gewesen. Etliche Besitzer von Wohnmobilen hätten Probleme gehabt, noch einen Stellplatz zu finden.

Auch auf Norderney spazierten viele Menschen am Strand entlang. In den engen Straßen der Stadt sei es manchmal schon schwierig gewesen, die Abstandsregeln einzuhalten, erklärte ein Polizeisprecher am Montag. Mitarbeiter des Ordnungsamtes seien deshalb auch am Wochenende unterwegs gewesen.

Touristenansturm in Mecklenburg-Vorpommern

 Pfingstsonntag nach der Lockerung in Mecklenburg / Vorpommern, als hätte es nie Corona gegeben. Urlauber und Einheimische hier in Zinnowitz auf der Insel Usedom. 31.05.2020 in Zinnowitz Coronavirus *** Whit Sunday after the relaxation in Mecklenburg
Urlauber und Einheimische verbringen die Pfingsttage am Strand.
© imago images/Leo, Ronald Krumbholz via www.imago-images.de, www.imago-images.de

In Mecklenburg-Vorpommern, das zu Pfingsten den ersten großen Touristenansturm seit Wiederöffnung erlebte, gab es laut Polizei nur vereinzelt Verstöße gegen die Corona-Auflagen. Ein Sprecher des Polizeipräsidiums Rostock, das für etwa die Hälfte des Bundeslandes zuständig ist, sagte, dass die Beamten keine Sanktionen verhängen mussten. Mal seien zu viele Menschen an einem Platz zusammen gewesen, mal habe ein Caravan auf einen bereits ausgebuchten Campingplatz gewollt. Das Polizeipräsidium Neubrandenburg - für die andere Landeshälfte zuständig - meldete keine Corona-Verstöße durch Touristen. Nur vereinzelt seien zu Pfingsten Beamte gerufen worden, zum Beispiel weil sich ein Kunde im Supermarkt geweigert habe, einen Mund-Nasen-Schutz zu tragen.

Menschen fahren wieder mehr Bahn

In Bayern waren die Urlauber und Ausflügler eher verhalten unterwegs. Nur sehr zögerlich zog es die Menschen am Wochenende und zum Start in die Pfingstferien an die Seen und in die Berge. Von einem Ansturm, der nach den wochenlangen Einschränkungen im Zuge der Corona-Krise teilweise erwartet wurde, konnte nicht die Rede sein.

Die Zahl der Fahrgäste der Deutschen Bahn hat nach Angaben des Unternehmens über Pfingsten im Vergleich zu den vergangenen Wochen deutlich zugenommen. "Es waren rund halb so viele Reisende unterwegs wie an den Pfingsttagen in den Vorjahren", erklärte ein Sprecher am Montag. Der Pfingstreiseverkehr sei "entspannt" gelaufen.

Rave-Demo in Berlin eskaliert

In Berlin beschäftigte eine Ansammlung von Hunderten Schlauchbooten die Polizei. Rund 1.500 Menschen hätten sich am Sonntag auf dem Wasser und an Land aufgehalten, teilte die Polizei am Montag mit. Der Veranstalter habe die Versammlung nach einem Gespräch mit der Polizei am frühen Abend beendet, hieß es im Polizeibericht. Nach Angaben der Berliner Clubcommission handelte es sich um eine Initiative von einzelnen Akteuren aus der Clubszene. Ursprünglich sei geplant gewesen, dass Menschen mit Abstand am Ufer sitzen und Musik und Redebeiträgen auf den Booten zuhören. Die Organisatoren seien vom Zulauf wohl überrascht worden, sagte ein Sprecher.

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