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Komasaufen: 20.500 Kinder und Jugendliche landen volltrunken im Krankenhaus

Zahlen sinken weiter

Komasaufen: 20.500 Kinder und Jugendliche landen volltrunken im Krankenhaus

Mit kleinen Schnapsfläschchen feiern am Donnerstag (16.02.2012) Jugendliche in Düsseldorf Weiberfastnacht. Trotz Nieselregen und kaltem Wetter haben sich die Jecken von ihrem tollen Treiben nicht abbringen lassen. Foto: Roland Weihrauch dpa/lnw  +++(
Weiberfastnacht Düsseldorf
dpa, Roland Weihrauch

Mehr Betroffene bei Kindern und jungen Jugendlichen

Jedes Jahr müssen Tausende Kinder und Jugendliche mit Alkoholvergiftung im Krankenhaus behandelt werden. Immerhin: Die Zahl der Betroffenen hat insgesamt weiter abgenommen. Allerdings gibt es einen Anstieg der Fälle in der jüngsten Gruppe. Das berichtet die DAK-Gesundheit unter Berufung auf Daten der statistischen Landesämter. Demnach kamen 2018 knapp 20.500 Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene zwischen 10 und 20 Jahren volltrunken ins Krankenhaus - aktuellere Zahlen gibt es noch nicht.

"Zahl bei ganz jungen Altersgruppen geradezu alarmierend"

ARCHIV - ILLUSTRATION - Ein 15-jähriges Mädchen liegt umringt von leeren Bierflaschen, darunter auch eine Schnapsflasche, auf einer Bank (aufgenommen am 26.03.2007) in Schney im Landkreis Lichtenfels (Oberfranken). (Gestelltes Symbolfoto - MODEL RELv
Zugenommen hat 2018 die Zahl der Fälle, in denen Kinder oder sehr junge Jugendliche mit Alkoholvergiftung in die Klinik mussten.
dpa, Marcus Führer

Ein Jahr zuvor waren es rund 1.000 Fälle mehr gewesen. 2016 lag die Zahl der Fälle noch höher bei rund 22.300. Davor hatte es über drei Jahre einen Rückgang gegeben.

Zugenommen hat 2018 die Zahl der Fälle, in denen Kinder oder sehr junge Jugendliche mit Alkoholvergiftung in die Klinik mussten. 2.979 Kinder und Jugendliche zwischen 10 und 15 Jahren wurden deswegen im Krankenhaus behandelt. Das waren 230 mehr als im Vorjahr.

„Der Rückgang der alkoholbedingten Krankenhauseinweisungen zeigt, dass wir auf dem richtigen Weg sind. Dennoch ist das Rauschtrinken gerade bei den ganz jungen Altersgruppen geradezu alarmierend“, sagte DAK-Sprecher Andreas Storm. „Wir müssen deshalb weiterhin alle Kraft in die Aufklärung über die Gefahren des exzessiven Alkoholkonsums stecken.“

In Berlin steigt die Zahl der jungen Trinker

 Jugendliche im Schlossgarten. Eine Woche nach der Krawallnacht in Stuttgart. Abendsstimmung am Eckensee und auf der Königstrasse und Schlossgarten am Freitagabend. Viele Jugendliche ca. 200, manche haben Alkohol dabei. Die Polizei zeigt Präsentz und
Vor allem in den beiden größten deutschen Städten Berlin und Hamburg sind junge Trinker ein Problem
www.imago-images.de, imago images/Lichtgut, Max Kovalenko via www.imago-images.de

Laut der Krankenkasse ist das sogenannte Rauschtrinken vor allem in den beiden größten deutschen Städten Berlin und Hamburg ein Problem. In der Hauptstadt seien innerhalb eines Jahres 18,8 Prozent mehr Kinder und Jugendliche wegen einer akuten Alkoholvergiftung ins Krankenhaus eingewiesen worden. Damit sei der Anstieg in Berlin mit Abstand am höchsten.

In Hamburg fallen den Angaben zufolge besonders die sehr jungen Jugendlichen auf. Fast doppelt so viele (46,2 Prozent) 10- bis 15-Jährige wurden 2018 im Vergleich zum Vorjahr volltrunken in eine Klinik eingewiesen. „Je früher Kinder erste Rauscherfahrungen sammeln, desto höher ist ihr Risiko für einen problematischen Umgang mit Alkohol im Erwachsenenalter“, sagte Storm.

Laut Drogen- und Suchtbericht der Bundesregierung liegt bei rund 18 Prozent der Männer und 14 Prozent der Frauen in Deutschland ein „riskanter Alkoholkonsum“ vor. Zwar habe es in den vergangenen 40 Jahren einen Rückgang gegeben, aber im internationalen Vergleich zähle Deutschland weiterhin zu den Hochkonsumländern, heißt es in dem Bericht.