Es war wohl nicht das erste Mal

Mann täuscht seine Entführung vor, um nicht heiraten zu müssen

In Kolumbien gab ein Mann vor, entführt worden zu sein, weil er nicht heiraten wollte. (Foto: Motivbild)

18. Januar 2020 - 18:10 Uhr

Nur Stunden nach der angeblichen Entführung sollte der Mann vor den Traualtar treten

In Kolumbien hat ein Mann so getan, als sei er entführt worden, offenbar um seiner eigenen Hochzeit zu entgehen, die am gleichen Tag stattfinden sollte. Es war offenbar nicht das erste Mal, dass der Mann auf diese Art und Weise einer Hochzeit entkommen wollte. Diesmal muss er allerdings mit strafrechtlichen Konsequenzen rechnen.

Polizei startete große Suchaktion, um das vermeintliche Opfer zu retten

Der 55-Jährige aus Pitalito (500 km südlich von Bogotá) hatte offenbar Hilfe von Freunden, wie die Zeitung "La Nación" berichtete. Sie sollen den Anruf bei der Polizei gemacht haben, bei dem die angebliche Entführung gemeldet wurde. Sie behaupteten, dass bewaffnete Männer auf Motorrädern gekommen wären und den 55-Jährigen mitgenommen hätten.

Die Polizei reagierte sofort: Alle Straßen, die aus dem Ort herausführen, wurden geschlossen, bestätigte ein Polizeisprecher der Zeitung. Beamte und sogar das Militär rückten aus, um den vermeintlich Entführten zu finden. Auch die Braut und ihre Familie glaubten die Geschichte offenbar. Die Frau soll die Behörden angefleht haben, ihren Verlobten schnell zu finden, dass er abends wie geplant vor den Traualtar treten könne.

Bräutigam tauchte wohlbehalten wieder auf

Als die Freunde des flüchtigen Bräutigams sahen, wie groß der Polizeieinsatz war, den sie mit ihrem Anruf ausgelöst hatten, bekamen sie offenbar doch kalte Füße. Sie gestanden, dass die Geschichte nur erfunden war, weil der 55-Jährige nicht heiraten wollte. Die Polizei fand den Mann schließlich im Haus eines Verwandten. "Er war gesund und munter und sagte, er wisse weder was passiert sei, noch wo er sich befindet", sagte Polizeikommandeur Nestor Vargas.

Obwohl ihn die Polizei noch rechtzeitig vor der Hochzeit aufgespürt hatte, trat der Mann am Abend nicht vor den Traualtar. Er soll inzwischen aus der Stadt geflohen sein. Trotzdem muss er sich jetzt wohl einem Verfahren wegen Vortäuschung einer Straftat stellen.

Flüchtiger Bräutigam täuschte schon mal eine Entführung vor

Für seine Familie war die Fake-Entführung wahrscheinlich keine große Überraschung. "Uns wurde von Dritten bestätigt, dass der Verdächtige am gleichen Tag des letzten Jahres eine ähnliche Situation inszenierte, als er ebenfalls hätte heiraten sollen", erklärte Vargas. Auch seine Freunde wussten, dass der 55-Jährige von Hochzeiten nichts wissen wollte.