Warnung des Krankenhausverbands

Können die Kliniken bald keine Gehälter mehr zahlen? Spahn sichert Geld zu

Können die Kliniken bald keine Gehälter mehr zahlen? Spahn sichert Geld zu
© dpa, Jens Büttner, jbu jat fdt

29. Dezember 2020 - 16:35 Uhr

Dringende Warnung mitten in der Corona-Krise

Sie kämpfen an der vordersten Corona-Front – für uns alle. Ärztinnen und Ärzte sowie Pflegepersonal arbeiten seit Wochen am Limit, um alle Patienten zu versorgen. Mitten in diese Phase der Dauerbelastung platzt nun diese Nachricht: Die Kliniken brauchten dringend Geld – Anfang 2021 könne man keine Gehälter mehr zahlen, wenn es nicht schnelle Hilfe gebe, warnt der Präsident der Krankenhausgesellschaft, Gerald Gaß, am Dienstag. Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hat nun allerdings versichert, dass es dazu nicht kommen werde.

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Geld aus planbaren Eingriffen fehlt in den Krankenhäusern

"Wenn die Bundesregierung die Hilfen nicht deutlich erhöht, werden flächendeckend Kliniken bereits im ersten Quartal 2021 nicht mehr die Gehälter ihrer Mitarbeiter zahlen können", sagte Gerald Gaß dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND). "Das Geld aus der Regelversorgung fehlt." Die Krankenhäuser verfügten nur noch begrenzt über finanzielle Mittel.

Wegen der Corona-Pandemie müssen derzeit viele planbare Eingriffe und Operationen verschoben werden, um Betten für Corona-Patienten freizuhalten – dieses Geld fehlt den Kliniken aktuell.

Hilfen für Kliniken bereits Mitte Dezember geplant

Die Bundesregierung hatte Mitte Dezember zwar bereits einen neuen Rettungsschirm für die Krankenhäuser aufgespannt. Nach dem Konzept des Gesundheitsministeriums erhalten diese in besonders coronabelasteten Gebieten Ausgleichszahlungen, wenn sie auf aufschiebbare Eingriffe verzichten und damit Betten frei halten. Davon würden aber lediglich 25 Prozent der Kliniken erfasst, erklärte Gaß. Der Verbandspräsident schlug vor, dass die Kliniken auf der Basis von 2019 monatlich ihr Budget erhalten sollten und Ende 2021 genau abgerechnet wird.

Spahn: "Beschäftigte können sich auf uns verlassen"

Ob die Lage wirklich so drastisch ist wie dargestellt, ist fraglich – Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) sicherte am Dienstag bereits ausreichende Finanzmittel zu. "Bund und Länder stehen gemeinsam in der Verantwortung. Wir wollen und werden die Liquidität der Krankenhäuser in der Krise sichern. Darauf können sich die Beschäftigten verlassen", sagte er dem RND. Das Thema könnte auch bei den nächsten Beratungen zwischen Bundeskanzlerin Angela Merkel und den Ministerpräsidenten der Länder am 5. Januar auf der Tagesordnung stehen.

2020 wird bei den Kliniken mit hohen Verlusten gerechnet

Zwei Drittel aller Klinikbetreiber rechnen im Gesamtjahr 2020 mit Verlusten, wie aus dem aktuellen Krankenhaus-Barometer des Deutschen Krankenhausinstituts (DKI) hervorgeht, das dem Berliner "Tagesspiegel" (Dienstag) vorliegt. 18 Prozent der knapp 2000 Kliniken mit 1,3 Millionen Mitarbeitern beurteilen ihre aktuelle wirtschaftliche Lage als gut.

Quelle: dpa/RTL.de

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