Mansfeld-Südharz

Königspfalz Tilleda mit rund 15.500 Besuchern

Königspfalz Tilleda mit rund 15 500 Besuchern
Das Freilichtmuseum Königspfalz Tilleda.
Sebastian Willnow/dpa-Zentralbild/dpa/Archivbild

Das Freilichtmuseum Tilleda verzeichnet in Zeiten von Corona und Energiekrise leichte Besucherrückgänge. Besonders Schüler interessieren sich für die Geschichte der Region.

Rund 15.500 Menschen haben das Freilichtmuseum Königspfalz Tilleda (Landkreis Mansfeld-Südharz) in dieser Saison besucht. Wir sind mit dem Ergebnis in Anbetracht der derzeitigen Krisen sehr zufrieden, sagte Archäologe und Museumsleiter Michael Dapper der Deutschen Presse-Agentur. Im Vorjahr kamen 14.800 Menschen nach Tilleda. Vor der Pandemie besuchten jährlich rund 17.000 Menschen das Freilichtmuseum.

Insbesondere für Schulklassen sei das Museum interessant. Es kamen gegenüber dem Vorjahr doppelt so viele Klassen, 1055 Schüler mit ihren Lehrern, sagte Dapper. Wir sind ein Lernort und trotz Corona gab es im Freilichtmuseum problemlos museumspädagogische Aktionen. Dazu zählten mittelalterliche Musik und Bautechnik, Schreiben mit Gänse- oder Rohrfeder, Schmieden und Gießen, Münzenschlagen, Weben, Kochen und Backen, Bogenschießen sowie Schatzsuche.

Ein vorbereitetes Ausgrabungsgelände biete Schülern außerdem die Möglichkeit, Sand überdeckte Teile von Stein- und Holzbauten freizulegen und auch den einen oder anderen Fund zu machen, sagte Dapper. In diesem Zusammenhang könnten dann vereinfacht Arbeitsweisen der Archäologie erläutert werden.

Für 2023 sind weitere Mittelalter-Veranstaltungen und historische Treffen auf dem Gelände geplant. Themenschwerpunkt sollen in der nächsten Saison Haus- und Nutztiere sein. Ebenso wird die museumspädagogische Arbeit fortgesetzt. Perspektivisch soll auch die Königshalle rekonstruiert werden. Die Planungsvorbereitungen dazu laufen.

Im Mittelalter hatten die Kaiser keinen festen Wohnsitz, sondern fuhren durch das Reich und regierten von der jeweiligen Pfalz. Kaiser Otto der II. (955-983) schenkte 972 das sechs Hektar große Areal seiner Frau, der byzantinischen Prinzessin Theophanu. Im 13. Jahrhundert verfiel Tilleda. 1983 begann dann der Aufbau des Museums.