Eine Geschichte, die Mut macht in der Corona-Pandemie

Kleiner Zettel im Briefkasten rührt Kölner zu Tränen: „Mein Herz ist vor Freude gehüpft“

16. April 2021 - 17:59 Uhr

Zettelbotschaft: "Wir besiegen das Coronavirus. Von ALL"

Es sind die kleinen Dinge im Leben, die einen am meisten berühren. Und am schönsten ist es doch, wenn sie ganz unverhofft passieren. Als Carmela Marcone in Köln-Zollstock ihre Post aus dem Briefkasten fischt, bemerkte sie einen kleinen orangenfarbenen Zettel – verziert mit einem selbst gemalten Herz und einem aufgeklebten Schmetterling. Darauf war eine Botschaft zu lesen, die Carmela Marcone gleich zu Herzen ging: "Wir besiegen das Coronavirus. Von ALL".

„Mein Herz ist vor Freude gehüpft“

Carmela Marcone und ihr Lebensgefährte Oliver Wolter aus Köln-Zollstock
Carmela Marcone und ihr Lebensgefährte Oliver Wolter haben einen kleinen Zettel mit rührender Botschaft in ihrem Briefkasten gefunden.
© RTL

Die 38-jährige Carmela und ihr Lebensgefährte Oliver Wolter waren erstmal sprachlos. "Ich hätte niemals damit gerechnet, dass so ein schöner Zettel in meinem Briefkasten ist", sagte die Rechtsanwaltsfachangestellte im Interview. "Mein Herz ist vor Freude gehüpft". Marcone teilte den Zettel in den sozialen Medien in der "NETT-WERK Köln"-Gruppe und viele User sind sogar zur Tränen gerührt: "Mein Herz geht auf", "Mir kommen die Tränen, ach Gott ist das süß" oder "Eine wundervolle Idee" sind nur einige Reaktionen. Durch den öffentlichen Post wollte die 38-Jährige dem unbekannten Absender danken. "Wir danken dem lieben Kind, das diese schöne Nachricht in unseren Briefkasten geworfen hat. Wir haben uns sehr gefreut und sind gerührt von dieser tollen Geste", heißt es in dem Beitrag. Wenig später kam heraus, wer hinter der schönen Aktion steckt.

"ALL" steht für  Antonia Lara Luise

8-jährige Antonia Hiller
Antonia Hiller verteilte 80 Zettel mit rührender Botschaft in der Nachbarschaft
© RTL

Die 38-jährige Nadine Hiller meldete sich nach dem Posting bei Carmela Marcone. Ihre Tochter hatte den Zettel eingeworfen. Hinter den liebevoll gestalteten Zetteln steckte die 8-jährige Schülerin Antonia Hiller aus Köln-Zollstock. Sie wollte den Menschen "Mut" machen, sagte das Mädchen. "Ich finde halt auch blöd, dass man in der Zeit nichts machen kann. Und ich glaube, die anderen finden das auch blöd". Die 8-Jährige wollte den Menschen in ihrer Umgebung einfach was Gutes tun, sie in der tristen Zeit mit einer warmen Botschaft überraschen: "Wir besiegen das Coronavirus. Von ALL". Die Initialen ALL stehen für Antonia Lara Luise.

„Und dann packte sie 80 Zettel aus“

Nadine Hiller ist stolz auf die Idee ihrer Tochter. Doch so wirklich gewusst hat sie nicht, was Antonia über Wochen plante. "Die Aktion, dass sie die [Zettel] geschrieben hat, habe ich mitbekommen, aber am Rande nur. Es ist halt oft, dass ich im Home-Office arbeite und Antonia nach Schulschluss um halb eins in ihrem Kämmerlein sitzt, ich weiter arbeiten muss und das gar nicht so mitbekomme." Irgendwann vorm Spazierengehen fragte Antonia dann ihre Mutter, ob sie die Zettel mitnehmen könnte. "Und ich dachte dann, das sind so zehn Zettel. Und dann packte sie 80 Zettel aus und meinte, die nimmt sie jetzt alle mit". Gesagt getan. In 80 Briefkästen verteilte das junge Mädchen die Zettel. Mutter Hiller sagte: "Der Spaziergang hat verdammt lange gedauert, weil sie immer erst außen liegende Briefkästen finden musste und da einzeln diese Zettel reingepackt hat".

„Wir haben es an den Kühlschrank geheftet“

Bei den Findern Marcone und Wolter erhält der Zettel einen Ehrenplatz am Kühlschrank.
"Wir werden das Coronavirus besiegen. Von ALL" - Antonia Hiller verteilte diese rührende Zettel in Köln-Zollstock.
© RTL

Doch der lange Sparziergang hat sich gelohnt. Antonias Nachrichten haben viele Kölner zu Tränen gerührt und Spuren hinterlassen. Bei Carmela Marcone und Oliver Wolter hat die Botschaft nun einen besondern Ehrenplatz bekommen: "Wir haben es an den Kühlschrank geheftet". Es ist doch beachtlich, was eine kleine unverhoffte Geste in uns auslösen kann. Davon brauchen wir mehr – gerade jetzt!

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