Kölner Zoo: Hausverbot für Seelöwen - weil sie zu laut sind!

Ein Seelöwe mit aufgerissenem Maul bettelt im Zoo in Duisburg um Futter.
Seelöwen in der Brunft haben ein gewisses Mitteilungsbedürfnis. (Archivfoto)
dpa, Horst Ossinger

Erste offizielle Beschwerde in 168 Jahren Zoogeschichte

Anfang März sorgte eine tierische Geschichte aus dem Kölner Zoo für Aufsehen: Weil die Seelöwen dort angeblich nachts zu laut brüllten, beschwerte sich eine Anwohnerin und bat die Stadt, den Lärmpegel offiziell zu prüfen. Nun liegt das Ergebnis vor: Die Seelöwen bekommen Hausverbot in ihren Höhlen!

Kölner Zoo prüfte Schallschutzmaßnahmen für Seelöwen

Schon im Sommer 2017 hatte sich die Anwohnerin beim Zoo gemeldet. Zoodirektor Theo Pagel berichtete damals im 'Kölner Stadt-Anzeiger', es sei die erste offizielle Beschwerde in seinen 27 Jahren als Direktor des Zoos. Die meisten Anwohner wären sich darüber im Klaren, dass man die Tiere eben manchmal hört. Wenn ihn jemand frage, dann sage er: "Da sind Tiere, und die kann ich natürlich nicht abstellen. Wenn nachts um drei der Elefant trompetet, er darf ja raus, dann trompetet der. Die meisten, die hier wohnen, mögen das aber: Die sagen, das ist ja wie auf dem Bauernhof“.

Doch die Anwohnerin hatte recht: Anschließende Lärm-Messungen der Kölner Bezirksregierung ergaben, dass nachts tatsächlich Grenzwerte überschritten wurden - die Tiere brüllten mit 54 Dezibel. Die Höhle, in die sich die Seelöwen abends zurückziehen, wirkte wie eine Art Trichter für den Schall - daher heißt es nun nachts: Tiere müssen draußen bleiben! Wie der 'Express' berichtet, würden zwei der drei Innenbereiche ab sofort testweise für die fünf Seelöwen geschlossen bleiben. Denn diese Höhlen haben ihre Ausgänge in Richtung der Wohnhäuser neben dem Zoo. In einigen Wochen soll überprüft werden, ob die Nachtruhe der Anwohner damit besser geworden ist.