Kölner U-Bahn-Schubser muss in die Psychiatrie

ARCHIV - ILLUSTRATION - Ein Zug fährt am 09.01.2013 in Köln (Nordrhein-Westfalen) durch eine Haltestelle. Am Dienstag fällt in Köln das Urteil gegen einen 26-Jährigen, der versucht haben soll, eine Touristin in Köln vor eine fahrende U-Bahn zu stoßen
An einer Kölner U-Bahn-Haltstelle wie dieser, kam es im Sommer 2017 zu dem Schubser. (Symbolbild)
obe htf olg Ken, dpa, Henning Kaiser

26-Jähriger stieß junge Amerikanerin in Richtung einer einfahrenden Bahn

Im Sommer 2017 stieß der heute 26-Jährige am Kölner Hauptbahnhof eine 18-jährige Amerikanerin beinahe vor eine einfahrende U-Bahn. Die Frau hatte großes Glück: Sie kam mit dem Schrecken und leichten Verletzungen davon. Nun hat das Kölner Landgericht sein Urteil gefällt. Der Angeklagte wird in eine psychiatrische Klinik eingewiesen. Zum Zeitpunkt der Tat soll der Mann in einem nicht schuldfähigen Zustand gewesen sein.

Angriff nur "potenziell lebensgefährdend"

Der deutsche Angeklagte leidet seit seiner Jugend an einer paranoiden Schizophrenie. Deshalb gehen die Richter davon aus, dass er die 18-Jährige nicht habe töten wollen. Ursprünglich war dem 26-Jährigen versuchter Mord vorgeworfen worden. Weil er seine Krankheit bisher nicht angemessen behandeln ließ, soll der junge Mann nun in einer Psychiatrie untergebracht werden. Die Verteidigung des 26-Jährigen hatte sich einem entsprechenden Antrag der Staatsanwaltschaft angeschlossen.

Die Körperverletzung, die der Angeklagte beging, soll laut den Richtern nur "potenziell lebensgefährdend" gewesen sein. "Der Kopf der Bahn war bereits elf Meter an der Geschädigten vorbeigefahren, als von hinten der wuchtige Stoß gegen ihre Schultern erfolgte", heißt es in der Urteilsbegründung. Ein Verkehrsgutachten hätte demnach ergeben, "dass die Frau weder vor die Bahn, noch zwischen die Wagen hätte fallen können". Die 18-jährige Amerikanerin stürzte auf den Bahnsteig und erlitt eine Schürfwunde.