Kölner Silvesternacht: Ralf Jäger weist alle Vorwürfe von sich - Dimension der Schande erst vier Tage später klar?

10. Mai 2016 - 10:37 Uhr

"Der Vorwurf der Vertuschung ist aus der Luft gegriffen"

Das Fiasko in der Kölner Silvesternacht ist aus Sicht des nordrhein-westfälischen Innenminister Ralf Jäger (SPD) nicht auf Planungsversäumnisse seines Ministeriums zurückzuführen. Jäger wehrte sich als Zeuge vor dem 'Untersuchungsausschuss Silvesternacht' außerdem vehement gegen Spekulationen, sein Haus habe Polizeimeldungen manipuliert. "Der Vorwurf der Vertuschung ist aus der Luft gegriffen."

Kölner Silvesternacht: Ralf Jäger weist alle Vorwürfe von sich - Dimension der Schande erst vier Tage später klar?
NRW-Innenminister Jäger musste als Zeuge vor dem 'Untersuchungsausschuss Silvesternacht' aussagen.
© dpa, Federico Gambarini

Das Ausmaß der Gewalttaten rund um den Kölner Hauptbahnhof sei für die Regierung anfangs nicht zu erkennen gewesen. "Bis zum 3. Januar konnte keiner erahnen, was dort geschehen ist." Selbst der Kölner Polizeibehörde sei vor dem 4. Januar die Dimension nicht klar gewesen. Die Polizeimeldungen an ihn und an die Staatskanzlei hätten aus der Masse nicht so herausgeragt, dass daraus besondere Aktivitäten hätten folgen müssen.

Aussagen, die zumindest fragwürdig erscheinen. Schließlich hatten mehrere Medien bereits am 2. Januar von immer größeren Auswüchsen der Straftaten in Köln berichtet. Unter anderem war in einem Artikel auf RTL Next an diesem Tag von mehr als 40 Tätern die Rede. 30 Frauen hatte zudem schon wegen der massiven Übergriffe Anzeige erstattet.

Jäger sieht Hauptverantwortung bei der Polizei

Kölner Silvesternacht: Ralf Jäger weist alle Vorwürfe von sich - Dimension der Schande erst vier Tage später klar?
NRW-Innenminister Jäger musste als Zeuge vor dem 'Untersuchungsausschuss Silvesternacht' aussagen.
© dpa, Federico Gambarini

Jäger bekräftige indes seine Kritik an der Kölner Polizeiführung. Sie habe den Einsatz im Vorfeld unterschätzt, dann zu spät auf die Eskalation am Hauptbahnhof reagiert und keine Verstärkung angefordert.

Den damaligen Kölner Polizeipräsidenten Wolfgang Albers hatte Jäger schon im Januar ablösen lassen. Trotz Aufforderung aus dem Ministerium habe Albers tagelang nicht dem Eindruck entgegengewirkt, die Herkunft nordafrikanischer Tatverdächtiger solle verschleiert werden", stellte der 55-Jährige klar.