Kölner Polizei muss sich korrigieren: Vor allem Iraker und Syrer am Bahnhof

14. Januar 2017 - 13:00 Uhr

Polizei nahm 2.500 Überprüfungen vor

Die Kölner Polizei hat ihre Angaben zur Nationalität der an Silvester am Hauptbahnhof kontrollierten jungen Männer korrigiert. Unmittelbar danach hatte die Polizei gesagt, es habe sich bei den 650 überprüften Personen überwiegend um Nordafrikaner gehandelt. Zwei Wochen später ergibt sich nun ein anderes Bild.

Demnach stammten die überprüften Männer zu einem großen Teil aus dem Irak, aus Syrien und Afghanistan, aber nur zu einem geringen Teil aus Nordafrika. Insgesamt kamen nach Polizei-Angaben in der Silvesternacht etwa 2.000 "nordafrikanisch beziehungsweise arabisch aussehende junge Männer" zum Kölner Hauptbahnhof und zum nahegelegenen Deutzer Bahnhof.

Die Polizei nahm 2.500 Überprüfungen vor, wobei es aber vielfach um dieselben Personen ging, zu denen mehrfach Daten abgefragt wurden. Insgesamt ermittelte die Polizei die Identität von 674 Personen. Davon konnte bisher bei 425 Personen die Nationalität festgestellt werden. Von diesen 425 waren 99 Iraker, 94 Syrer, 48 Afghanen und 46 Deutsche. 17 waren Marokkaner und 13 Algerier.

Noch in der Silvesternacht hatte die Kölner Polizei für einen Eklat gesorgt, als sie twitterte: "Am HBF werden derzeit mehrere Hundert Nafris überprüft. Infos folgen."

Viele Menschen störten sich schon an dem Begriff "Nafris". Polizeipräsident Jürgen Mathies hatte sich später entschuldigt und erklärt, der Begriff sei ein interner Arbeitsbegriff der Polizei.

In der Silvesternacht vor einem Jahr war es am Kölner Hauptbahnhof zu zahlreichen sexuellen Übergriffen und zu massenhaften Diebstählen gekommen. Die meisten Verdächtigen waren Nordafrikaner. Dieses Mal war die Polizei mit 1.700 Beamten vor Ort. Es wurden nur sehr wenige Delikte angezeigt.