Kölner Krisenhammer: FC trennt sich von Sportdirektor Jörg Schmadtke

Die letzten Wochen beim 1. FC Köln hinterließen auch bei Jörg Schmadtke sichtlich Spuren
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23. Oktober 2017 - 20:52 Uhr

Paukenschlag beim Tabellenletzten

Die dramatische Krise des 1. FC Köln hat ein erstes Opfer gefunden. Das Bundesliga-Schlusslicht trennte sich Hals über Kopf von Sportdirektor Jörg Schmadtke.

Vertrag in "beiderseitigem Einvernehmen" aufgelöst

Wie der FC mitteilte, wurde der bis 2023 laufende Vertrag in "beiderseitigem Einvernehmen" aufgelöst. "Nach intensiver Analyse" seien "unterschiedliche Auffassungen im Hinblick auf die zukünftige sportliche Ausrichtung des Clubs" ausschlaggebend für diesen Schritt gewesen. 

Schmadtke macht den Weg frei

"Mit diesem Schritt möchte ich den Weg frei machen für einen neuen Impuls", sagte Schmadtke. "Der Mannschaft, dem Trainerteam sowie allen Verantwortlichen wünsche ich für die bevorstehenden Aufgaben alles Gute und viel Erfolg."

Der ehemalige Bundesliga-Torhüter Schmadtke kam im Sommer 2013 zum 1. FC Köln. Ein Jahr später schaffte der FC als Zweitliga-Meister den Aufstieg in die Bundesliga. In der darauffolgenden Spielzeit erreichte der Club Platz 12, platzierte sich 2016 auf Platz 9 und qualifizierte sich in der zurückliegenden Saison mit Platz 5 für die Teilnahme an der Europa League. In dieser Saison konnte Köln noch kein Bundesliga-Spiel gewinnen und liegt mit nur zwei Punkten auf dem letzten Tabellenplatz. In der Euopa League setzte in drei Partien drei Pleiten.

Den einzigen Pflichtspielsieg in dieser Saison verbuchte der Club in der 1. Runde des DFB-Pokals beim 5:0 gegen Fünftligist (1) Leher TS.

Einkaufsglück ist verlorengegangen

Die öffentliche Stimmung gegen den lange Zeit als Kultfigur umjubelten Schmadtkte, kürzlich vom Magazin '11Freunde' noch als bester Manager der Liga ausgezeichnet, hatte sich spätestens nach der 0:1-Niederlage der Kölner in der Europa League am vergangenen Donnerstag in Borissow gedreht. Die Fans forderten lautstark den Rauswurf des Mannes, der zuvor für seine kluge Einkaufspolitik immer gelobt wurde. Vor dieser Saison hatte der Sportchef mit einigen personellen Entscheidungen weniger Glück. Der für 17 Millionen als Nachfolger des abgewanderten Torjägers Anthony Modeste verpflichtete Jhon Cordoba blieb bis zu seiner Verletzung ohne Bundesliga-Tor. Die eingekauften Talente setzten sich bisher nicht durch, offensichtliche Schwachstellen im Kader hatte Schmadtke in der Sommerpause nicht beseitigt.

Zudem war das Verhältnis von Schmadtke zu Trainer Peter Stöger augenscheinlich angekratzt. Allerdings hatte sich der Sportchef zuletzt auch immer wieder vor den Trainer gestellt und keine Diskussion über dessen Position aufkommen lassen. Stöger selbst schloss zudem einen Rücktritt aus.