Behörde prüft Vorwürfe

Kölner Bundespolizist soll Corona-Leugnern Tipps geben

Kölner Bundespolizisten sollen Corona-Leugnern helfen und selbst als Redner auf Demos auftreten (Symbolbild).
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30. Oktober 2020 - 11:18 Uhr

Zweiter Polizist tritt als Redner auf "Querdenker"-Demos auf

Seit Monaten demonstrieren Corona-Leugner gegen die staatlichen Pandemie-Maßnahmen zum Schutz der Bevölkerung. Polizisten sollen die Veranstaltungen überwachen. Umso problematischer, wenn manche von ihnen selbst zu Masken-Muffeln werden. Die Bundespolizei soll einem Bericht zufolge Vorwürfe gegen zwei Beamte aus der eigenen Behörde prüfen. Einem von ihnen wird vorgeworfen, in einer Telegram-Gruppe Tipps zum Vorgehen bei Polizeieinsätzen zu geben. Der andere soll auf "Querdenker"-Demos als Redner auftreten.

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"Da kriege ich die Krise"

Laut "Kölner Stadtanzeiger" sollen in dieser Woche in einer Telegram-Chatgruppe von Corona-Skeptikern und Maskenverweigerern mehrere Sprachnachrichten von einem Mann gesendet worden sein, der selbst bei der Bundespolizei sei. Er habe den knapp 150 Mitgliedern seine Unterstützung angeboten und gebe Tipps, wie sich Demonstranten gegen Zugriffe durch Polizisten wehren.

So sollten diejenigen, die die Polizisten ergreifen wollen, nach hinten gestellt werden. Die Menschen vor ihm müssten dann die Einsatzkräfte durch "einfaches Einhaken" abblocken. Er sei "wütend und verzweifelt". Man dürfe diese Zugriffe nicht zulassen. Die Demonstranten seien leider Schafe, beklagt er. "Da wird eine einzelne Person rausgeholt, und alle anderen blöken weiter. Da kriege ich die Krise", zitiert die Zeitung eine Sprachnachricht. Dem Bericht zufolge weiß die Bundespolizei von dem Fall und prüft bereits die Äußerungen.

Wirre Reden über Terroristen

Auch ein zweiter Beamter soll der Behörde Probleme bereiten. Der Andreas N. genannte Mann trete bei "Querdenker-Demos" in verschiedenen Städten als Redner auf. Bei einer Veranstaltung in Köln habe N. gesagt, Corona-positiv getestete Menschen würden als "Gefährder" eingestuft – und die "werden dann ad hoc als Terroristen erklärt, die man seit 9/11 tatsächlich hemmungslos ermorden darf und anschließend noch einen Orden erhält", zitiert das Blatt Andreas N. Gegen den Mann laufe ein umfängliches Disziplinarverfahren, heißt es seitens der Bundespolizei, N. sei schon seit Längerem suspendiert.