34-Jähriger wegen sexuellen Übergriffs angeklagt

Kölner Bürgermeisterin Elfi Scho-Antwerpes (68) begrapscht

Kölner Bürgermeisterin Elfi Scho-Antwerpes (68) begrapscht: Prozessbeginn in Köln
Kölner Bürgermeisterin Elfi Scho-Antwerpes (68) begrapscht: Prozessbeginn in Köln
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07. April 2021 - 19:08 Uhr

Mutmaßlichem Grapscher drohen bis zu zwei Jahre Freiheitsstrafe

In der Nacht vom 3. auf den 4. Juli vergangenen Jahres soll es zu der Tat gekommen sein. Die Kölner SPD-Politikerin Elfi Scho-Antwerpes ist auf einer Veranstaltung im Rahmen des Christopher Street Days in Köln und bittet einen Mann nach eigener Aussage freundlich, seine Maske aufzuziehen und den Corona-Abstand einzuhalten. Der 34-Jährige soll sie daraufhin beleidigt und sexuell belästigt haben. Dafür muss er sich jetzt vor dem Kölner Amtsgericht verantworten.

"Er hat mich verbal bedroht und an meine Brust gegriffen"

"Ich habe ihn sehr freundlich gebeten, die Maske anzuziehen und den Abstand einzuhalten. Er hat sich geweigert, hat sich despektierlich geäußert und kam mir bedrohlich immer näher, so dass sich unsere Nasenspitzen berührt haben". So schildert die Kölner Bürgermeisterin die Ereignisse aus der Tatnacht im Interview mit RTL. Sie habe sich in die Enge getrieben gefühlt und dem Mann mit der Polizei gedroht. "Er hat nicht locker gelassen. Er hat mich verbal bedroht und dann an meine Brust gegriffen", sagt die 68-Jährige. "Es gab für mich keinen Ausweg aus dieser Situation".

Die Staatsanwaltschaft Köln hat den 34-Jährigen wegen des mutmaßlichen sexuellen Übergriffs angeklagt. Ihm droht eine Geldstrafe oder eine Freiheitsstrafe von bis zu zwei Jahren. Der Angeklagte bestreitet die Tat und behauptet, sie sei nicht sexuell motiviert gewesen. Er habe lediglich Abstand halten wollen.

Politikerin will anderen Frauen Mut machen

Der 34-Jährige wird beschuldigt, die SPD-Politikerin sexuell belästigt zu haben.
Der 34-Jährige wird beschuldigt, die SPD-Politikerin sexuell belästigt zu haben.
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Elfi Scho-Antwerpes sieht das anders und sagt, der Übergriff sei eindeutig gewesen. "Ich habe ihm sogar noch die Chance gegeben, sich bei mir zu entschuldigen. Das hat er nicht gemacht", sagt die Politikerin, die im Prozess als Zeugin geladen ist. Die Freunde des Angeklagten hätten noch versucht, ihn zu einer Entschuldigung zu überreden. Doch dazu sei es nicht gekommen. Daraufhin habe sie sich entschieden, die Polizei zu rufen.

Der 68-Jährigen ist es wichtig, dass der Fall vor Gericht verhandelt wird und die Öffentlichkeit davon erfährt. Vor allem, sagt sie, weil solche Taten noch immer eine hohe Dunkelziffer hätten. "Es ist eine Straftat, die er begangen hat. Ich will anderen Frauen damit Mut machen, die das normalerweise vielleicht nicht zur Anzeige bringen würden", so Scho-Antwerpes. "Man muss mit den Männern reden, dass das nicht geht. Egal, wo jemand herkommt und um welche Situation es sich handelt", stellt die Politikerin klar.

Eigentlich sollte das Urteil laut Gerichtssprecher Maurits Steinebach noch am selben Tag fallen. Weil ein wichtiger Zeuge nicht erschienen ist, ist der Prozess auf den 21. April verschoben worden.