Mitarbeiterinnen wurden geschlagen und bedroht

Tierheim Köln-Zollstock: „Beschimpfungen und Bedrohungen sind alltäglich“

Leider hat der Arbeitsalltag im Tierheim Köln-Zollstock seine Schattenseiten.
© Tierheim Köln-Zollstock

31. Dezember 2019 - 10:53 Uhr

Tierheim packt auf Facebook über Schattenseiten aus

Pfleger oder Pflegerin im Tierheim: Das ist ein Job, der sicherlich viele schöne Erlebnisse mit sich bringt – wenn zum Beispiel ein Tier, das liebevoll aufgepäppelt wurde, endlich ein neues Zuhause findet. Doch es gibt auch Schattenseiten, über die nicht besonders häufig berichtet wird. Damit will das Tierheim Köln-Zollstock nun Schluss machen und gibt in einem ausführlichen Facebook-Post erschreckende Bekenntnisse preis.

Bedrohungen im Arbeitsalltag

Und damit sind nicht nur kranke und vernachlässigte Tiere gemeint, die ausgesetzt werden oder ihren Weg anderweitig ins Heim finden. "Es gibt noch eine ganz andere Seite unserer Arbeit, unter der unsere Mitarbeiter direkt leiden", heißt es auf der Facebook-Seite des Tierheims. "Immer wieder erfahren wir Bedrohungen oder sogar Handgreiflichkeiten von fehlgeleiteten Mitbürgern."

Damit spricht nun nach Rettungssanitätern oder Polizisten eine weitere Berufsgruppe darüber, im Arbeitsalltag immer wieder bedroht oder sogar attackiert zu werden.

Mann demolierte zwei Autos

Es handele sich oft um die "fehlgeleiteten" Besitzer von Tieren, die von den Behörden sichergestellt würden, heißt es. Diese landen zur Betreuung im Tierheim. "Zwei Mitarbeiterinnen wurden letztes Jahr geschlagen und getreten, weil sie ein Tier nicht herausgaben, nicht herausgeben durften! Es wurden auch schon diverse Einbruchsversuche unternommen, um sich ein Tier zurückzuklauen", schreibt das Tierheim. Einer Mitarbeiterin wurde eine Vergewaltigung angedroht, an Weihnachten sei der Besitzer eines im Tierheim untergebrachten Tieres komplett ausgerastet und habe zwei Autos demoliert.

"Solche Dinge passieren Gottseidank nicht täglich. Aber verbale Beschimpfungen und Bedrohungen am Telefon sind wirklich alltäglich", so heißt es im Text bei Facebook.

"Mit Angst und Bauchgrummeln zur Arbeit"

"Was gar nicht geht, ist, dass Menschen, die hart für das Wohl der Tiere arbeiten, teilweise mit Angst oder Bauchgrummeln zur Arbeit kommen", appelliert das Tierheim. Aber die Tierschützer würden sich nicht davon abbringen lassen, weiter für ihre Schützlinge zu kämpfen. Das Tierheim bedankt sich schließlich bei allen Menschen, die die Arbeit der Pfleger unterstützen.

So reagieren die Facebook-Fans

Viele sind einfach nur erschüttert über die heftigen Einblicke in den Arbeitsalltag der Pfleger und loben das Tierheim dafür, das Problem publik gemacht zu haben. Hier ein paar Zitate:

  • "Ich finde es großartig, dass ihr es mal öffentlich macht! 👍 Ehrlich gesagt habe ich mir darüber noch nie Gedanken gemacht. Es ist erschreckend! Deswegen: meinen Respekt für euren täglichen Einsatz! Danke!!! 💖👍"
  • "Mir fehlen da echt die Worte, bei so manch einem Verhalten... 😰😓 Ich jedenfalls bin immer wieder dankbar für Leute wie euch!! ❤️ Ihr macht einen mega Job. Lasst euch niemals unterkriegen! Danke, dass es euch gibt 🙏 🐾"
  • "Unfassbar, null Toleranz gegenüber Gewalttätern und vielleicht hilft eine Publikation in den Medien. Besonderer Dank für euren Einsatz zum Wohle der Tiere."

Auch Rettungssanitäter kennen das Problem

Sanitäter, Feuerwehrleute, Polizisten und viele weitere Einsatzkräfte werden täglich mit Aggressionen und Störern konfrontiert. In unserer Webdoku erzählen Betroffene, was ihnen bereits alles passiert ist und was sie nun dagegen tun wollen.