Polizeieinsatz in Nordrhein-Westfalen

Vermeintlicher Sprengsatz in Zug gefunden: Tatverdächtiger (21) festgenommen

Nach dem Fund eines vermeintlichen Sprengsatzes in einem abgestellten Zug in Köln hat die Polizei einen Tatverdächtigen in Lüdenscheid festgenommen.
Nach dem Fund eines vermeintlichen Sprengsatzes in einem abgestellten Zug in Köln hat die Polizei einen Tatverdächtigen in Lüdenscheid festgenommen.
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09. Oktober 2020 - 18:39 Uhr

Verdächtiger (21) in Lüdenscheid festgenommen

Nach dem Fund eines vermeintlichen Sprengsatzes in einem abgestellten Zug in Köln hat die Polizei einen Tatverdächtigen in Lüdenscheid festgenommen. Beamte durchsuchten die Wohnung des 21-Jährigen im Sauerland, teilte die Polizei am Freitag mit. Ihm werde vorgeworfen, das Paket, in dem sich Nägel und eine geringe Menge Schwarzpulver befunden hatten, in der Regionalbahn deponiert zu haben. Der Mann werde zurzeit vernommen.

Verdächtiger von Überwachungskamera aufgenommen

Eine Reinigungskraft hatte den verdächtigen Gegenstand vergangenen Samstag auf der Toilette des abgestellten Zugs auf einem Betriebsbahnhof in Köln entdeckt. Der Inhalt war nach Angaben der Ermittler in Plastiktüten gewickelt und mit Klebeband verklebt. Eine akute Gefahr ging von dem vermeintlichen Sprengsatz demnach nicht aus. Es sei zwar eine Zündschnur dabei gewesen, die aber nicht angezündet worden sei. Selbst wenn, wären die Nägel wohl nur wenige Zentimeter weit geflogen, so die Ermittler.

Laut aktueller Mitteilung der Polizei hatte der Verdächtige den Gegenstand bereits am Freitag (2. Oktober) in dem Zug deponiert, einen Tag vor dem Fund. Der "Kölner Stadt-Anzeiger" hatte berichtet, dass die Ermittler den Täter auf einem Überwachungsvideo entdeckt hatten. Er sei allerdings maskiert gewesen.

Staatsanwaltschaft: Terroristisches Motiv werde geprüft

Wie die Ermittler auf den Verdächtigen gestoßen sind, wollte ein Sprecher der Generalstaatsanwaltschaft Düsseldorf nicht kommentieren. Auch zum möglichen Hintergrund des Mannes machte er keine Angaben. Nach dpa-Informationen war zumindest kein Spezialeinsatzkommando (SEK) bei seiner Festnahme beteiligt. Ob der Verdächtige einem Haftrichter vorgeführt werden sollte, war laut Generalstaatsanwaltschaft zunächst ebenfalls offen.

Die Zentralstelle Terrorismusverfolgung der Düsseldorfer Generalstaatsanwaltschaft hatte den Fall wegen der Gesamtumstände übernommen. "Der Fund eines sprengstoffverdächtigen Gegenstandes in einem öffentlichen Verkehrsmittel" sei Anlass "zur Prüfung einer terroristischen Motivation des Täters". Da die Bombe aber nicht funktionstüchtig war, wurde zunächst wegen Vortäuschens einer Straftat ermittelt.