Köln: Sana (10) stirbt nach Mandel-OP

10. April 2013 - 13:02 Uhr

Haben die Ärzte geschlampt?

Wie konnte es zu dieser schrecklichen Tragödie kommen? Die zehnjährige Sana aus Köln musste an den Mandeln operiert werden – ein Routineeingriff, bei dem man sich eigentlich keine großen Gedanken macht. Doch jetzt ist das Mädchen tot. Vermutlich erstickt an seinem eigenen Blut.

Köln, Sana, Tod Mandel-OP
Die zehnjährige Sana aus Köln starb nach einer Mandel-OP.

"Ich habe gesehen, dass aus dem Mund und der Nase meiner Schwester Blut strömte", erzählt Sanas Bruder Djawed S. "Daraufhin habe ich einfach den Notarzt angerufen." Doch für das Mädchen kommt die Hilfe zu spät.

Fünf Tage vorher war die Zehnjährige an den Mandeln operiert worden. Eine OP von 93.000 pro Jahr in Deutschland. Haben die Ärzte dabei womöglich geschlampt? "Jede OP hat ein gewisses Risiko, und gerade bei Mandel-OPs treten immer wieder Nachblutungen auf. Das ist diesem Fall passiert, es ist tragisch, aber leider ist es immer wieder mal so, dass es dazu kommt", sagt Michael Dohmann vom Kölner St. Franziskus Krankenhaus.

Staatsanwaltschaft ermittelt

Doch Sanas Bruder und ihre Eltern fragen sich trotzdem: Wie konnte es zu dieser starken Nachblutung kommen? Ihr Vorwurf an die Klinik: "Nach der OP hat gar keiner Anweisungen gegeben, was sollen wir eigentlich machen, wenn sie blutet? Wie sollen wir uns verhalten, wenn sie blutet, was sollen wir ihr geben? Wie können wir das Blut stoppen?", so Djawed S.

Nach ihrem Tod ermittelt jetzt die Staatsanwaltschaft. Laut Obduktionsergebnis gab es aber keinen Behandlungsfehler.