Sie waren keinen Menschenkontakt mehr gewohnt

Köln: 48 Katzen aus Tiermessie-Wohnung gerettet

Köln-Dellbrück: Tierheim rettet 48 Katzen aus Tiermessie-Wohnung
Köln-Dellbrück: Tierheim rettet 48 Katzen aus Tiermessie-Wohnung
© Facebook, Tierheim Köln-Dellbrück

21. November 2019 - 13:38 Uhr

Tier-Messie extrem: Kölnerin hortete zuhause 48 Katzen

Als sie die Wohnung betraten, trauten sie ihren Augen kaum: Mitarbeiter des Tierheims in Köln-Dellbrück haben Dutzende verwahrloste Katzen aus einem Tiermessie-Apartment gerettet. Die 48 Tiere lebten dort isoliert von der Außenwelt, waren schon keinen Menschenkontakt mehr gewöhnt. Unfassbar: Die Frau hatte laut Tierheim schon einmal Katzen gehortet. Konsequenzen scheint das für sie damals aber nicht gehabt zu haben.

Animal Hoarding: Tier-Messies verlieren aus Einsamkeit den Blick auf eigenes Leben

Die Frau habe das Tierheim Anfang der Woche selbst angerufen, schreibt die Organisation auf Facebook: Sie müsse ihren Katzen-Bestand abgeben, weil ihr Vermieter die Wohnung renovieren wolle. Wie viele Tiere sie in die Obhut des Tierheims geben wollte, konnte die Frau aber nicht genau sagen – das machte die Mitarbeiter stutzig. Trotzdem sagten sie zu.

Vor Ort dann der Schock: Die gesamte Wohnung sei "über und über mit Katzen bevölkert gewesen", heißt es. "Aus allen Winkeln guckten uns Perser, Britisch Kurzhaar und deren Kreuzungen entgegen." 48 Tiere – alle in einem Apartment.

Bei der Frau handelt es sich offensichtlich um einen sogenannten "Animal Hoarder" – so werden Tier-Messies bezeichnet, die Katzen, Hunde oder andere Haustiere in Massen bei sich zu Hause horten. Oft werden sie durch starke Einsamkeit süchtig nach Tieren. Aus falscher Tierliebe verlieren sie dann den Blick aufs eigene Leben, merken nicht, in welchen Horror-Zuständen sie hausen.

Schwierige Tier-Rettung: Die 48 Katzen müssen resozialisiert werden

Köln-Dellbrück: Tierheim rettet 48 Katzen aus Tiermessie-Wohnung
Köln-Dellbrück: Tierheim rettet 48 Katzen aus Tiermessie-Wohnung
© Facebook, Tierheim Köln-Dellbrück

Die Rettung gestaltete sich schwierig: Denn nicht nur waren es weit mehr Katzen als gedacht – die Tiere wollten sich gar nicht erst einfangen lassen. Viele waren verängstigt, versuchten sich vor den Helfern zu verstecken. Denn mit Menschen vertraut waren die Tiere kaum mehr – die Besitzerin habe zuletzt nicht mehr in der Wohnung gelebt, schreibt das Tierheim.

Drei Mal mussten die Retter anrücken. Auch einen Goldfisch und eine Schildkröte – "die alles andere als artgerecht gehalten wurden" – nahmen sie mit. Die Kätzchen kommen jetzt fürs Erste in den Räumen des Tierheims unter – eine Riesen-Herausforderung für die Helfer. Denn die Tiere müssen erst einmal wieder Vertrauen fassen, unter Menschen resozialisiert werden.

Und sie alle zu füttern, beim Tierarzt checken, impfen und kastrieren zu lassen, wird kostspielig. Deshalb bittet das Tierheim auf seiner Facebook-Seite jetzt um Spenden, auch hochwertiges Feuchtfutter ist willkommen.

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Unfassbar: Die Frau soll schon Jahre zuvor Katzen gehortet haben

Sprachlos macht zudem: Schon 2015 will das Tierheim bei derselben Frau "unter ähnlichen Umständen" rund 50 Katzen sichergestellt und übernommen haben. Passiert ist anschließend offenbar nichts – denn jetzt, vier Jahre später, wieder dasselbe Leid. "Wir können nur hoffen, dass dieses erneute Ansammeln und Vermehren der Tiere jetzt endlich dazu führt, dass regelmäßige Kontrollen durchgeführt werden", so das Tierheim.