Köln: CDU-Politikerin vermietet Hotel an Flüchtlinge und kassiert ab

9. April 2018 - 21:34 Uhr

Mehr als 32.000 Euro im Monat für 31 Flüchtlinge

Eigentlich ist Köln-Dellbrück ein beschaulicher Vorort - doch das "Hotel zum Bahnhof" ist immer ausgebucht! Die Dauergäste: 31 Flüchtlinge. Ihre Gastgeberin ist Andrea Horitzky, Hotelchefin und im Vorstand der CDU Köln. Pro Tag und Flüchtling kassiert sie von der Stadt 35 Euro. Das macht im Monat 32.550 Euro. Der Vertrag gilt sieben Jahre lang. Laut Kölner SPD ist das "instinktlose Selbstbereicherung".      

Stadt Köln garantiert Andrea Horitzky sieben Jahre lang 80 Prozent Auslastung

Die Stadt Köln hat fast 40 Hotels angemietet, um Flüchtlinge unterzubringen. Ziel ist es, die Turnhallen leerzukriegen und zu verhindern, dass Familien mit Kindern in Großunterkünften müssen. Sieben Jahre garantiert die Stadt der Hotelchefin mindestens 80 Prozent Auslastung ihrer Zimmer. Öffentlich äußern möchte sich Andrea Horitzky zu diesen Einkünften nicht - Interviewanfragen an die Politikerin von RTL West blieben bislang unbeantwortet. 

Ihre Parteifreunde von der CDU Köln sind jedenfalls nicht sehr glücklich über die Geschäftspraktiken. Man werde darüber noch einmal mit Horitzky reden. Die Kölner SPD fordert derweil, die Verträge ganz zu lösen. Ob die Politikerin aber ihre sichere Einnahmequelle aufgibt, ist fraglich. Angeblich will sie das Restaurant im Untergeschoss ausbauen. Dann wäre hier Platz für 43 Flüchtlinge - und die würden mehr als 45.000 Euro im Monat bringen.