Köln: Bewohner eines Mietshauses müssen seit fast drei Wochen ohne Strom leben

Köln-Porz: Kein Licht, kein Kühlschrank, kein Fernseher, kein warmes Wasser

Können Sie sich zu Hause ein Leben ohne Strom vorstellen? In einem Haus in Köln-Porz leben alle Bewohner so. Kein Licht, kein Kühlschrank, kein Fernseher oder Internet. Kein warmes Wasser. Und das schon seit fast drei Wochen.

Kabelbrand im Keller löste Chaos aus

"Meine Lebensmittel muss ich jeden Tag kaufen, direkt essen, und wenn was übrig bleibt, dann muss ich sie wegschmeißen", sagt Mieterin Tanja Barke. Wenn sie duschen, waschen oder ihr Handy aufladen wolle, müsse sie zu Verwandten fahren, so Tanja weiter. Zum Glück wohnt die Tochter der 45-Jährigen ganz in der Nähe.

Schuld an allem ist ein Kabelbrand im Keller. Die Stromverteilung für das gesamte Hochhaus ist hinüber, alles ist voller Ruß. Aber die Not macht ja bekanntlich erfinderisch: Statt im Kühlschrank lagert Tanjas Nachbar Manfred Grieving seine Lebensmittel jetzt auf dem Balkon. Essen macht er mit dem Campingkocher, und für Licht sorgen Taschenlampe und Kerzen. Trotzdem hat er genug vom Dauer-Stromausfall. "Wenn du den ganzen Tag in der Bude hängst, nur mit den Lichtern hier, ist das auf Dauer einfach kacke“, sagt der 58-Jährige.

Mieter bekommen keine richtige Auskunft

Vermieter ist die Kölner Wohnungsbaugenossenschaft 'GEWOG'. Die stellte Container für die schmutzigen Sachen aus den Kellern und beauftragte eine Firma für die Reinigung. Solange daran gearbeitet wird, können laut Vermieter keine neuen Leitungen gelegt und auch kein neues Gerät eingebaut werden.

"Die Mieter bemängeln vor allen Dingen, dass ihnen keiner eine richtige Auskunft geben kann, wie lange die Situation noch so andauern wird", berichtet Saskia Runge. Die RTL-Reporterin hat sich vor Ort umgehört. Statt moralischer Unterstützung gibt es vom Vermieter nur wechselnde Ansprechpartner und schlechte Erreichbarkeit, sagen die Mieter. Den Eindruck hat auch unsere Reporterin. Für eine Stellungnahme war von der Wohnungsbaugenossenschaft bislang niemand zu erreichen.

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Nur die Hoffnung bleibt

Kein strom
RTL-Reporterin Saskia Runge berichtet von dem Stromchaos in Köln-Porz.

Zumindest auf die Mai-Miete verzichtet das Unternehmen. Klar, denn die Alternative wäre ein Stromgenerator, der von außen die Wohnungen mit Strom versorgt. Und der wäre wohl etwa doppelt so teuer wie die ausgefallenen Miteinnahmen. So können die Mieter nur hoffen, dass es nicht mehr zu lange dauert, bis es im Haus in Köln-Porz wieder endlich wieder Strom gibt.