Da simmer (nicht) dabei!

"Kölle Alaaf" fällt Corona zum Opfer - Es drohen saftige Bußgelder

11. November 2020 - 11:06 Uhr

Statt bunt und laut, ist es in Köln grau und still

Da simmer dabei! Dat is prima! Viva Colonia! – heißt es in der Kölner Karnevalshymne der Höhner. Doch im Corona-Jahr 2020 ist es prima, nicht dabei zu sein. Wer dennoch nicht widerstehen kann, feiernd auf der Straße die Karnevalssession am 11.11 um 11:11 Uhr zu eröffnen, dem droht eine saftige Geldstrafe. In Köln, Mainz, Düsseldorf und anderen Karnevalshochburgen Deutschlands sorgen am Mittwoch Polizei und Ordnungsamt mit einem Großaufgebot für die Einhaltung der geltenden Maßnahmen im Kampf gegen die Corona-Pandemie.

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Bislang keine Spur von Karneval: Traurige Gesichter in Köln

In der Kölner Altstadt ist es normalerweise am 11. November bereits in den frühen Morgenstunden laut, bunt und fröhlich. In diesem Jahr ist es still, grau und eher düster. Viele Tausend Jecken laufen mit traurigen Gesichtern durch die Innenstadt. "Bisher ist es ruhig", sagte eine Polizeisprecherin am Mittwochmorgen. Es gebe keine Feiernden auf der Straße. Zudem begann der Morgen mit Regen, Köln weint um die fünfte Jahreszeit.

Wegen der Corona-Pandemie sind alle Feiern abgesagt worden. Es gilt im gesamten Stadtgebiet ein Versammlungs- und Alkoholverbot, um einheimische und anreisende Feierwütige abzuschrecken. "Bleiben Sie zu Hause", appellierte NRW-Innenminister Herbert Reul an die Bürger. Die Polizei werde die Einhaltung der Corona-Regeln kontrollieren und bei Verstößen "konsequent einschreiten", sagte der CDU-Politiker.

Polizei behält die Jecken im Auge

Die Polizei ist nach eigenen Angaben mit mehreren Hundertschaften im Einsatz, um sicherzustellen, dass die Verbote auch eingehalten werden. Dabei gilt für die Beamten, präsent zu sein, Einzelpersonen und Gruppen anzusprechen "und auf die Regeln der Coronaschutzverordnung und die aktuellen Allgemeinverfügungen der Stadt Köln" hinzuweisen, sagt Kölns Polizeipräsident Uwe Jacob. Bei Verstößen werde die Polizei in enger Abstimmung mit dem Ordnungsamt der Stadt Köln konsequent einschreiten.

Grundsätzlich geht die Stadt Köln davon aus, dass die Appelle von Oberbürgermeisterin Reker und dem Präsidenten des Festkomitees Kölner Karneval, Christoph Kuckelkorn, im Rahmen der Kampagne "Diesmal nicht" Wirkung zeigen. Bei Verstößen drohe sogar ein Bußgeld von bis zu 25.000 Euro, heißt es. Eine Zusammenfassung zu den einzelnen Ordnungswidrigkeiten finden Sie hier.

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„Das Wesen des Karnevals ist nicht der Alkohol“ 

Bereits am frühen Morgen rief Deutschlands oberster Karnevalist dazu auf, zur traditionellen Eröffnung der Session zuhause zu bleiben. "Oberstes Gebot der Stunde ist es jetzt, nicht zu feiern, nicht rauszugehen, zuhause zu bleiben", sagt der Präsident des Bunds Deutscher Karneval, Klaus-Ludwig Fess, im Radio-Sender WDR 5.

Dafür werde es coronabedingt erstmals eine digitale Sessionseröffnung via Youtube und Facebook geben. Bei einem Live-Stream, der im Internet unter anderem über die Seite www.karnevaldeutschland.de (ab 10:45 Uhr) zu sehen sein soll, werde ein buntes Programm geboten.

"Heute ist es wichtig, ein wenig Freude in die Wohnzimmer zu bringen", bekräftigte Fess. "Wichtig ist ja, dass Karneval, dass Fasching im Herzen beginnt." Die Ausnahmesituation biete auch eine große Chance, sich von Saufgelagen ab- und traditionellem Brauchtum wieder zuzuwenden, sagte er. "Das Wesen des Karnevals ist nicht der Alkohol." Man könne auch vor dem Fernseher zum Beispiel mit Käse-Igel und Mettbrötchen feiern, rät der oberste Karnevalist weiter.

Auch Düsseldorf überträgt Karnevals-Start online

In Düsseldorf findet das traditionelle Hoppeditz-Erwachen in digitaler Form statt. Dazu hat das Comitee Düsseldorfer Carneval die Seite hoppeditz.helau.cc eingerichtet. Statt vor mehreren tausend Zuschauern auf dem Platz vor dem Rathaus aus einem Senftopf zu klettern, wird Hoppeditz-Darsteller Tom Bauer seine Rede hinter verschlossenen Türen halten. Die traditionelle Erwiderung auf den Hoppeditz hält der neue Oberbürgermeister Stephan Keller (CDU).