Koblentz: Ein Dorf wählt NPD

10. Oktober 2014 - 17:38 Uhr

RTL Reporter Lars Wagner berichtet aus Koblentz

Die NPD ist nicht nur wieder in den Landtag von Mecklenburg-Vorpommern eingezogen. In dem Dorf Koblentz hat die rechtsextreme Partei so viele Stimmen bekommen wie nirgendwo sonst: 33 Prozent. RTL Reporter Lars Wagner wollte wissen warum.

33 Prozent: NPD-Wahlwerbung findet sich überall in Koblentz.
NPD-Wahlwerbung findet sich überall in Koblentz.
© dpa, Stefan Sauer

Die Dorfmitte von Koblentz besteht aus einer Bushaltestelle, einem Briefkasten und einer Telefonzelle - viel mehr gibt es hier nicht. Gut zu sehen aber ist die Wahlwerbung der NPD. Auch ein 24-Jähriger hat die Rechtsextremen gewählt. "Die ist das ganze Jahr präsent, hier und in den umliegenden Dörfern. In Uckermünde machen die Kinderfeste. Die bemühen sich das ganze Jahr über", berichtet er.

Die NPD nutzt den Frust der Menschen für sich

Die letzte Kneipe in dem 238-Seelen-Ort hat schon vor zehn Jahren geschlossen, es gibt weder einen Supermarkt noch eine Tankstelle oder eine Bäckerei. Auch Arbeit finden die Menschen dort kaum. Sie sind frustriert und wählen eine Partei, die die Demokratie abschaffen will. Freizeitangebote und einfache Parolen, vielen seiner Dorfbewohner habe das gereicht, sagt der stellvertretende Bürgermeister Olaf Krüger. Die NPD habe in Koblentz leichtes Spiel.

Sachsen-Anhalts Innenminister Holger Stahlknecht (CDU) will dies ändern. Er hat eine Initiative zur Prüfung eines neuen NPD-Verbotsverfahrens ins Leben gerufen. Eine Arbeitsgruppe der Länder und des Bundes soll noch in diesem Jahr zusammenkommen. An dem Gremium wollen sich bis auf Hessen, Rheinland-Pfalz und Schleswig-Holstein alle Länder beteiligen. Ein erster Anlauf für ein NPD-Verbot war 2003 gescheitert, weil die Rolle von V-Leuten in der rechtsextremen Partei unklar war.