Kobane: Kurden feiern Sieg über IS in lange umkämpfter Stadt

YPG-Fahne wird in Kobane zur Feier der Zurükschlagung des IS gehisst
Kämpfer der kurdischen Volksschutzeinheiten (YPG) hissen ihre Fahne auf einem Hügel in Kobane.
dpa, Str

Sieg als Anfang vom Ende des IS bejubelt

Kurdische Flüchtlinge aus der befreiten nordsyrischen Stadt Kobane haben den Sieg über die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) gefeiert. Dutzende Kurden hätten sich mit Fahnen an der Grenze zwischen der Türkei und Syrien versammelt, wo sie die Verteidiger der Stadt hochleben ließen, berichtete ein Korrespondent des syrischen Radiosenders 'Arta FM'.

Die über Monate umkämpfte Stadt liegt im Norden Syriens direkt an der türkischen Grenze. Um die 200.000 Menschen waren geflüchtet, als der IS im September vergangenen Jahres einen Großangriff auf die Kurdenenklave startete. Die kurdischen Volksschutzeinheiten (YPG) leisteten über Monate erbitterten Widerstand. Unterstützt wurden sie dabei von Luftangriffen der USA und ihrer arabischen Verbündeten. Nach YPG-Angaben war die IS-Terrormiliz am Montag vollständig aus Kobane vertrieben worden.

Der Gewinn sei ein "Sieg für ein demokratisches Syrien und Sieg für die Menschlichkeit", hieß es in einer offiziellen Erklärung der YPG. Das US-Militär erklärte hingegen, nach seiner Einschätzung hätten kurdische Kämpfer Kobane zu 90 Prozent unter Kontrolle gebracht.

Die Kurden seien nun dabei, in einem Viertel im Osten der Stadt nach versteckten Sprengsätzen zu suchen, sagte der Verteidigungschef von Kobane, Ismet Hassan. Gefechte gebe es jetzt in einem Dorf östlich von Kobane. Das Umland der Stadt steht noch immer unter Kontrolle des IS.