Knallharte Abrechnung mit dem Militärbündnis

Frankreichs Präsident Macron nennt Nato "hirntot"

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7. November 2019 - 14:26 Uhr

Das Verteidigungsbündnis sei "hirntot"

Frankreichs Präsident Emmanuel Macron hat den Zustand der Nato mit drastischen Worten kritisiert. Das Verteidigungsbündnis sei "hirntot", sagte Macron dem britischen Wirtschaftsmagazin "Economist" in einem Interview, das am Donnerstag veröffentlicht wurde. Es gebe bei strategischen Entscheidungen keine Koordinierung zwischen den Nato-Ländern und den USA.

Europa könne sich nicht mehr auf die USA verlassen

 June 29, 2018 - Brussels, Belgium - French President Emmanuel Macron arrives at The European Council summit in Brussels on June 28, 2018. European Union leaders meet today for the two-day European Council. The agenda includes discussion on migration
Macron warnte zudem die europäischen Länder, dass diese sich nicht mehr auf die USA verlassen könnten.
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"Wir sind Zeugen eines Angriffs eines anderen Nato-Partners, der Türkei, ohne Abstimmung, in einer Region, in der unsere Interessen auf dem Spiel stehen", sagte Macron zur türkischen Militäroffensive in Nordsyrien, die von Nato-Verbündeten massiv kritisiert worden war.

Macron warnte zudem die europäischen Länder, dass diese sich nicht mehr auf die USA verlassen könnten. In dem Gespräch, das nach Angaben des Magazins bereits Ende Oktober geführt wurde, zweifelte Macron offen an, ob ein Angriff auf ein Nato-Mitglied heute als Angriff auf alle betrachtet würde.

Macron: Europa stehe am Rande des Abgrunds

 Angela Merkel and Emmanuel Macron is seen during the 2018 NATO Summit in Brussels, Belgium on July 11, 2018. Photo: Jaap Arriens/Hollandse Hoogte PUBLICATIONxINxGERxSUIxAUTxONLY Copyright: xHollandsexHoogtex/xJaapxArriensx x80203820x
Die Nato müsse im Lichte des Engagements der Vereinigten Staaten aber neu bewertet werden.
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Operativ funktioniere die Zusammenarbeit zwar gut. Die Nato müsse im Lichte des Engagements der Vereinigten Staaten aber neu bewertet werden. Europa stehe am Rande des Abgrunds und laufe Gefahr, nicht mehr selbst über sein Schicksal bestimmen zu können. Es müsse aufwachen und sich selbst mehr um seine eigene Verteidigung kümmern, sagte Macron.

Macron in Berlin erwartet

News Bilder des Tages Emmanuel Macron - Frank-Walter Steinmeier NEWS : Chefs d Etats et de gouvernements etrangers recus a l Elysee - Paris - 30/09/2019 StephenCaillet/Panoramic PUBLICATIONxNOTxINxFRAxITAxBEL
Steinmeier will Macron für die Rolle Frankreichs bei der deutschen Wiedervereinigung danken.
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Macron wird am Sonntagabend in Berlin von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier empfangen. Nach einem Gespräch unter vier Augen zu aktuellen politischen Fragen ist im Schloss Bellevue ein Abendessen vorgesehen, wie das Präsidialamt am Donnerstag mitteilte.

Anlass der Einladung ist der 30. Jahrestag des Mauerfalls. Steinmeier will Macron für die Rolle Frankreichs bei der deutschen Wiedervereinigung danken. Zu dem Abendessen sind unter anderem auch Gäste aus der Zeit des Mauerfalls eingeladen.