Klitschko warnt Joshua: "Bin wie der Mount Everest"

13. April 2017 - 22:19 Uhr

18 Kämpfe, 18 Siege, 18 K.o., nie länger als sieben Runden im Ring – Anthony Joshua hat seit seinem Debüt als Profiboxer im Jahr 2013 den Schwergewichts-Gipfel in Windeseile erklommen. Aber: Einen boxerischen 'Achttausender' musste der 27-jährige Brite bislang noch nie bezwingen, zu flach und mittelgebirgig kamen seine Gegner daher. Ein Umstand, dessen sich Wladimir Klitschko vor dem WM-Fight in London am 29. April (live bei RTL) bewusst ist. 'Dr. Steelhammer' hat daher eine entsprechend deutliche Warnung an seinen Kontrahenten gesandt.

Klitschko: "Ich bin immer noch da"

"Ich will nicht arrogant klingen, aber ich bin wie der Mount Everest", bemühte Klitschko im Gespräch mit der BBC den höchsten Berg der Welt als Spiegelbild der eigenen Stärke. "Man kann den Everest nur zu einer bestimmten Zeit im Jahr besteigen – in zwei Wochen im April. Man kann den Gipfel erklimmen und sagen: Ich habe den Everest bezwungen. Aber dann muss man schnell wieder runter, denn wenn man den richtigen Zeitpunkt nicht erwischt, bringt dich der Everest zu Fall. Ein paar haben es geschafft, nicht viele, aber ein paar haben es zurück geschafft. Ist der Mount Everest geschlagen? Er ist immer noch da und wird im April ein weiteres Opfer fordern."

In seinen 68 Profikämpfen hätten es nur vier Boxer geschafft, ihn zu einem bestimmten Zeitpunkt zu besiegen, so der 41-Jährige weiter. "Aber die meisten haben es nicht geschafft und das verblüffende ist: Ich bin immer noch hier, sie nicht."

Joshua beeindruckte Klitschko

Klitschko betonte aber auch, dass er großen Respekt vor Joshua habe. Der Brite sei ihm schon vor drei Jahren als Sparringspartner während eines Trainingslagers beim Stanglwirt in Tirol aufgefallen. "Anthony hat mich mit seiner Einstellung beeindruckt", erinnerte sich der Ukrainer: "Ich hatte Olympiasieger und frühere Weltmeister in meinem Camp, aber Anthony war total anders. Er wollte niemanden beeindrucken, er nahm sich zurück, beobachtete und stellte Fragen. Er war sehr höflich. Er war ganz anders als die anderen."

Dass sich die Rivalen damals so nahe kamen, sei für das Duell im Wembley-Stadion "für beide Seiten ein Vorteil", so Klitschko. "Er bekam die Chance, bei meinem Trainingscamp hautnah dabei zu sein. Und ich habe ihn im Ring kennengelernt."