Klitschko vs. Fury: Scheich wollte Rückkampf auf hoher See

Im ersten Schlagabtausch entthronte Tyson Fury den bis dahin übermächtigen Weltmeister Wladimir Klitschko.
Im ersten Schlagabtausch entthronte Tyson Fury den bis dahin übermächtigen Weltmeister Wladimir Klitschko.
© REUTERS, Kai Pfaffenbach

04. Februar 2016 - 14:43 Uhr

Einen Termin für den Rückkampf zwischen Wladimir Klitschko und Tyson Fury gibt es noch nicht, über den Ort des Fights wird aber schon munter spekuliert. Dabei hat sich auch ein Scheich ins Spiel gebracht, der das Duell auf einer Luxus-Jacht austragen wollte - vor gerade einmal 120 Zuschauern, die allerdings eine Börse eingebracht hätten, nach der sich jeder Boxer die Finger leckt.

Das Wembley-Stadion in London, der Croke Park in Dublin, Abu Dhabi, Katar oder Deutschland – die Liste der möglichen Austragungsorte für den zweiten Schlagabtausch zwischen Klitschko und Fury ist lang. Wie der Schwergewichtsweltmeister nun aber verriet, hätte der Kampf auch in viel kleinerem Rahmen über die Bühne gehen können.

"Es gab Verhandlungen über ein Rematch auf einem Schiff", sagte Fury dem 'Telegraph': "Ein Scheich aus Dubai, der eine Jacht besitzt, auf der 120 Leute Platz finden, sagte, er könne 120 Tickets für je eine Million Dollar verkaufen. Das wären also insgesamt 120 Millionen Dollar gewesen."

Einziger Haken an der Geschichte: Die Öffentlichkeit wäre von dem Kampf ausgeschlossen gewesen. "Er wollte eine exklusive Schwergewichtsweltmeisterschaft, ohne TV-Sender oder Reporter, nur diese 120 Leute", erzählte Fury, der das Angebot ernsthaft in Erwägung gezogen hatte. "Er hat nicht gesagt, wie viel ich bekommen hätte, aber ich hätte wahrscheinlich den größeren Anteil der 120 Millionen gekriegt, also war ich voll dafür. Aber ich glaube, das hat sich jetzt erledigt."

Holyfield rät: Klitschko muss sich umstellen

Nachdem der erste Kampf in der Düsseldorfer Esprit Arena stattgefunden hatte, wünscht sich Fury nun ein Kräftemessen in seiner Heimat. "Ich bin schon in den Käfig des Löwen gestiegen, jetzt bin ich der Löwe. Jetzt muss er also zu mir kommen", sagte der 27-Jährige, dem es wie vielen anderen Boxern letztendlich wohl nur um das liebe Geld geht. "Wenn es in Deutschland finanziell mehr Sinn macht, gehen wir dahin", sagte Fury nämlich.

Wo auch immer es zum Rückkampf kommt, Klitschko wird sich etwas einfallen lassen müssen, um sich seine Gürtel der Verbände WBA, WBO, und IBO zurückzuholen. "Er muss mit seinem Trainer Dinge trainieren, die Fury nicht kann", rät Box-Legende Evander Holyfield in einem Interview mit dem britischen TV-Sender Sky.

Im ersten Duell der beiden sei es "offensichtlich" gewesen, dass Klitschko zum ersten Mal gegen einen Gegner mit längeren Armen gekämpft habe. "Die Kunst des Boxens ist zu wissen, wie man sich an so etwas anpasst", sagte Holyfield.

Auch Fury erwartet einen anderen Gegner als noch vor zehn Wochen, als Klitschko nie richtig in den Fight fand und völlig überraschend, aber eindeutig nach Punkten verlor. "Klitschko muss sich jetzt beweisen", so Fury: "Ich denke, er wird alles versuchen, um mich dieses Mal auszuknocken. Entweder er schlägt mich k.o. oder ich schlage ihn k.o. – ganz einfach."